Beitrag getagt mit Reportage


Lampedusa Flüchtling aus Niger in Berlin

Christian Ditsch

Ahmed hat die Flucht über das Mittelmeer überlebt. Seitdem schlägt er sich durch Europa und lebt seit Mitte 2014 in Berlin. Wie viele andere Flüchtlinge wünscht er sich vor allem eines: ein Leben in Würde. Die Entscheidung zur Flucht über das Mittelmeer fiel im Sommer 2011 als auf die libysche Hauptstadt Tripolis Bomben der Nato-Truppen regneten um den Diktator Gaddafi zu stürzten. Ahmed wusste, dass sein Leben in Gefahr ist, also stieg er in ein Schlauchboot, zusammen mit 120 weiteren Flüchtlingen. Er hatte Glück. Nach 24 Stunden erreicht das Boot die italienische Insel Lampedusa. So lange der 30jährige Flüchtling keinen sicheren Aufenthaltsstatus hat, möchte er unerkannt bleiben.

Bildmaterial von Christian Ditsch.

Reportage über die Situation Geflüchteter in Bulgarien

Thorsten Strasas (nd)

Unsere Fotografin Christina Palitzsch war auf Spurensuche in Bulgarien, um sich ein Bild vor Ort über die Situation Geflüchteter, ihrer Unterbringung und dem zivilgesellschaftlichen Engagement ehrenamtlicher Helfer zu informieren.

Von dieser Reise hat sie Bilder mitgebracht, die es hier zu sehen gibt: Geflüchtet nach Bulgarien.

Zudem beschrieb sie in einem heute veröffentlichten Artikel im „Neuen Deutschland“ die Arbeit der Gruppe „Refugee Project“ mit Kindern in bulgarischen Asylbewerberheimen.

 

 

 

 

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© Christina Palitzsch. Grenzpolizei.

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© Christina Palitzsch. Reception center Ovcha Kupel.

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© Christina Palitzsch. Flüchtlingscamp Wraschdebna.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemeinsamer Protest in den Lagern Friedersdorf und Marke

Dirk Stegemann

Refugees und Unterstützer_innen aus Berlin, Brandenburg sowie den Lagern Friedersorf und Marke protestierten heute gemeinsam für ein Bleiberecht und gegen Residenzpflicht, Lager, Isolation sowie die unwürdigen Lebensbedingungen. Parallel dazu war eine Abordnung aus Ausländerbehörde, Sozialamt und den Euro-Schulen Bitterfeld-Wolfen vor Ort, die das Programm zur Verstärkten Unterbringung in Wohnungen vorstellen wollte.

In Friedersdorf durften die Refugees und Unterstützer_innen an diesem Gespräch nicht teilnehmen und die Polizei spielte den Türsteher. Später wurde zwei Vertreter_innen der Zutritt gestattet, um dann berichten zu können. Im Lager Marke waren wir dann schneller und erwarteten die Abordnung im Veranstaltungsraum. Schnell stellte sich heraus, dass die Vertreter_innen bezeichnender Weise ( dieses Programm läuft seit Februar 2013) nur sehr wenig bis gar kein Englisch sprachen. Ein_e Dolmetscher_in war nicht vor Ort. Ungeachtet der Kritik spulten sie ihren Psam auf deutsch herunter. Flüchtlingen die auf ihre Probleme aufmerksam machen wollten, wurde erklärt, diese wären heute nicht relevant. Dann verteilten sie einen Infoflyer ebenfalls lediglich auf deutsch (englisch soll später folgen, für französisch gebe es niemanden) zu den geplanten Gemeinschaftswohnungen (s. Bild im Album). Daraus ergab sich folgendes Frage-Antwort-Spiel:

Frage: Wieviele Wohnungen wurden seit Beginn des Programm Februar 2013 geschaffen und warum werden erst jetzt Gespräche geführt?

Antwort: Ab September sollen 3 Wohnungen für je 4-6 Geflüchtete von den über 300 bereit stehen. Antworten auf die Größe der Wohnungen etc. gab es nicht.

Frage: Wurde evaluiert, wie viele der Geflüchteten denn bei den vorgeschriebenen, dazu notwendigen Voraussetzungen (Infoblatt) überhaupt eine Berechtigung auf eine Wohngemeinschaft hätten?

Antwort: Nein

Frage: Wie viele erfüllen die Voraussetzung nach 1., d.h. wieviele sind immer noch in diesen Lagern trotzdem sie das behördliche Erstverfahren und den Bescheid des BAMF seit mehr als 3 Jahren abgeschlossen bzw. vorliegen haben?

Antwort: Keine Ahnung

Frage: Was heißt mehr als 3 Jahre und warum dieser Zeitrahmen?

Keine Antwort.

Frage: Was heißt genau „mit Vollzug der Ausreiseverpflichtung ist längerfristig nicht zu rechnen“? Was heißt längerfristig, wie viele betrifft dies und wer prüft dies wie und entscheidet dann?

Antwort: Alle Interessenten für Wohnraum können sich unabhängig der Voraussetzungen in eine Liste eintragen und die Behörde prüft die Voraussetzungen.

Frage: Können sie nicht gleich die Belegungsliste verwenden, in denen alle Angaben der Geflüchteten vorliegen und diese prüfen?

Antwort: Nein, nicht alle wollen Wohnungen (lauter Widerspruch durch die Refugees)

Kurz darauf wurde das sehr einseitige „Gespräch“ abgebrochen. Antworten gab es keine. Auch zur wahrheitsgetreuen Personalienangabe bei der Ausländerbehörde (3.) und der Mitwirkungspflicht (4.) als weitere Auschlußkriterien, konnte nicht mehr nachgefragt werden. Klar war zumindest eins. Das Gespräch war bewußt oder unbewußt ausgrenzend, völlig unprofessionell und unvorbereitet, nicht nur dafür, dass das Programm seit einem halben Jahr laufen soll. Außerdem werden nach diesen Voraussetzungen nur wenige Geflüchtete überhaupt für Wohnungen in Frage kommen und diese haben lt. letztem Satz nicht einmal einen Rechtsanspruch darauf. Die offenen und interpretierbaren/ auslegbaren Formulierung dieser Vorausetzungen liefert die Geflüchten erneut weiter und verstärkt der Willkür und dem Wohlwollen der entscheidenden Behörden aus. Mitsprache- bzw. Mitbestimmungsrechte gibt es keine. Ob es hier nicht ohnehin lediglich darum geht, Refugees weiter bevormunden und kontrollieren zu können, sowie im Kampf um (Gemeinschafts-)Wohnungen gegeneinander auszuspielen und unter Anpassungs- und Unterordnungsdruck sowie zu Gehorsam zu zwingen, um auf die Liste für Wohnungen zu gelangen, kann sich jede_r selbst beantworten.

Bildmaterial von Dirk Stegemann.

Bilder vom Hungerstreik Camp in München

© Yusuf Beyazit

Seit mehreren Tagen befinden sich die Refugees in ihrem Camp auf dem Münchener Rindermarkt in einem trockenen Hungerstreik. Neben der Nahrungsaufnahme verweigern sie also auch die Einnahme von Flüssigkeiten.

Wenig später wurde das Camp von der Polizei auf Geheiß von Bürgermeister und Ministerpräsidentenkandidat Christian Ude (SPD) geräumt.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit.

Dezentraler Protest wird in Mitte und Kreuzberg fortgesetzt

© Bjoern Kietzmann

Der Protest der Refugees findet nach wie vor dezentral an zwei Orten statt. Geduldet am Oranienplatz und erstritten am Pariser Platz wird der Protest und die Forderungen an die Öffentlichkeit gebracht.

Bildmaterial von Björn Kietzmann.

Reportage über das Leben in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) für Asylbewerber in Würzburg

Chris Grodotzki

In seiner eindringlichen Reportage „Welcome to Germany – GU Würzburg“ zeigt Chris Grodotzki die Lage der Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft in Würzburg.

„Die Gemeinschaftsunterkunft (GU) für Asylbewerber in Würzburg ist eine der größten ihrer Art in Bayern. Um die 450 Menschen sind gezwungen, hier zu leben und auf die Beschlüsse deutscher Behörden über ihren Asylantrag zu warten.“

In Würzburg nahm sich der Iraner Mohammad Rashepars im Januar 2012 das Leben. Dieser Suizid war einer der Auslöser der Refugee Proteste. Von hier aus startete auch der Refugee Protest March, der im Oktober Berlin erreichen sollte.

Zur Reportage Chris Grodotzki: Welcome to Germany – GU Würzburg.