Beitrag getagt mit Mitte


Evangelischer Kirchenkreis hält mit Refugees eine Mahnwache in Berlin ab

Yusuf Beyazit

Der Evangelische Kirchenkreis Berlin Stadtmitte hält zusammen mit Refugees eine fünftägige Mahnwache unter dem Motto „Wir sind noch hier!“ nahe des Sitzes des Berliner Innensenators Frank Henkel (CDU) ab. Während dieser Zeit soll eine symbolische Arche gebaut werden:

Als Erinnerung an die auf der Flucht Ertrunkenen und Gestorbenen
Als Zeichen für die Geretteten Als Symbol für die Möglichkeit von Überleben und Leben
Als Mahnung an uns alle

Hintergrund ist, dass der Evangelische Kirchenkreis Berlin Stadtmitte „in Kooperation mit zahlreichen Kirchengemeinden aus ganz Berlin, weiteren Unterstützern und mit Hilfe vieler Spender […] seit September 2014 Notunterkünfte, Verpflegung, Monatskarten, Deutschkurse und medizinische Versorgung für inzwischen mehr als 100 Flüchtlinge“ organisiert. Der Kirchenkreis kritisiert, dass seit Monaten eine politische Lösung für die Refugees, die vorher zum größten Teil auf dem Protestcamp am Oranienplatz lebten, nicht in Sicht sei.

Wir können die Untätigkeit des Senats nicht länger hinnehmen. Die Geduld ist erschöpft – sowohl unsere als auch die der Flüchtlinge“
Silke Radosh-Hinder, stellv. Superintendentin im Kirchenkreis Berlin Stadtmitte#

Die Mahnwache soll die Weigerung des Senats tätig zu werden, wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken.

Während der Mahnwache werden auch Lesungen und Andachten stattfinden, sowie Künstler auftreten.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit.

 

Kundgebung gegen die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union in Berlin

Christian Ditsch

Mitglieder der Kampagnenorganisation „Campact“ protestieren vor dem Kanzleramt gegen die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union und der Bundesregierung. Sie forderten sichere Fluchtwege statt militärischer Operationen gegen Flüchtlingsschiffe. Die Kundgebung stand unter dem Motto „Seenotrettung jetzt“.

Bildmaterial von Christian Ditsch.

Demonstration gegen die drohende Verschärfung des Asylrechts in Berlin

Oliver Feldhaus

Etwa 500 Menschen beteiligten sich in Berlin an einer Demonstration unter dem Motto „Asylrechtsverschärfung stoppen!“. Die Demonstration führte vom Oranienplatz in Kreuzberg bis zum Bundestag in Mitte.

Bildmaterial von Oliver Feldhaus.

Tausende Schüler demonstrieren in Berlin gegen Abschottungspolitik der EU

Andrea Linss

Mehrere tausend Schüler sind in Berlin auf die Straße gegangen, um gegen die unmenschliche Abschottungspolitik der Europäischen Union und die tausenden Toten Refugees zu protestieren. Unter dem Motto „Schulstreik – Unsere Freunde bleiben hier!“ setzten sie sich für eine Öffnung der EU-Außen-Grenzen für Geflüchtete und gegen die geplante Verschärfung der Asylgesetzgebung in Deutschland ein.

Der Demonstrationszug begann am Roten Rathaus, führte vorbei am Haus der Europäischen Kommission am Pariser Platz (welches mit einigen Farbbeuteln bedacht wurde) und endete am hermetisch abgeriegelten Reichstag.

Bildmaterial von Florian Boillot, Björn Kietzmann und Andrea Linss.

Kundgebung gegen und Farbattacke auf Frontex-Direktor Klaus Rösler in Berlin

Oliver Feldhaus

Klaus Rösler, Direktor der Abteilung Einsatz der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex wurde von aufgebrachten Demonstranten in Berlin mit Marmelade attackiert. Er blieb dabei lt. Polizei unverletzt. Nur mit massiven Polizeieinsatz konnte Rösler zum Vortrag „Frontex: Wie funktioniert die europäische Grenzsicherung?“ der Schwarzkopf-Stiftung in der Sophienstraße gelangen. Hunderte Demonstranten vor dem Eingang der Stiftung machten Frontex direkt verantwortlich für den Tod tausender Geflüchteter im Mittelmeer und an den Außengrenzen Europas.

Bildmaterial von Florian Boillot, Oliver Feldhaus, Björn Kietzmann und Christina Palitzsch.

9. Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer des deutschen Kolonialismus

Johann Stemmler

Mit dem „9. Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Menschenhandel, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ erinnern mehrere hundert Menschen in Berlin zum Jahrestag der sog. „Berliner Afrika-Konferenz“ an die Opfer deutscher Kolonialherrschaft in Afrika und deren Nachwirkungen bis heute. Dabei setzen sie sich für eine Umbenennung von Straßennamen, die bis heute an die Täter erinnern oder rassistische Klischees bedienen, ein. Dazu gehört auch die Mohrenstraße in Berlin Mitte. Zudem forderten sie eine Entschuldigung der Bundesregierung für die in deutschem Namen begangenen Verbrechen in den deutschen Afrika-Kolionien, eine Entschädigung der Angehörigen der Opfer und die sofortige Rückgabe der aus Namibia verschleppten Schädel von Anführern des Volksgruppen der Nama und Herero.

Aber auch der Begriff „Rasse“ solle aus dem Grundgesetz getilgt werden. Die Demonstration begann mit einer Kranzniederlegung an den Gedenktafeln an die Kolonialherrschaft und passierte sowohl die Mohrenstraße, wie auch das Auswärtige Amt. Endpunkt war der Lustgarten gegenüber des sich im Bau befindlichen Humboldt-Forums, welches sich Kritik ausgesetzt sieht, da dort auch die ethnologischen Sammlungen einziehen sollen. Diese verfügen bis heute über Exponate, welche während der Kolonialzeit aus Afrika entwendet wurden.

Während der Demonstration stellte ein Performance-Künstler das rassistische Klischee des Mohren dar.

Bildmaterial von Florian Boillot, Christian Ditsch, Oliver Feldhaus, Johann Stemmler und Thorsten Strasas.

Kundgebung und Demonstration zur Erinnerung an die Todesopfer von Ceuta vor einem Jahr

Johann Stemmler

In Erinnerung an die Todesopfer von Ceuta vom 6. Februar 2014 fand vor der Botschaft Spaniens in Berlin Tiergarten zunächst eine Kundgebung der „Coalition internationale des Sans Papiers et Migrant-e-s (CISPM)“ statt, bevor ein Demonstrationszug unter dem Motto „Stop war on migrants“ zum Potsdamer Platz zog.

Bildmaterial von Eniola Itohan und Johann Stemmler.

Protest gegen rassistische Figur des „Zwarte Piet“ vor der niederländischen Botschaft

Andrea Linss

Anlässlich einer Kinder-Party mit Sankt Nikolaus und den „Zwarte Piet“ in der niederländischen Botschaft in Berlin haben Aktivisten vor der Botschaft gegen die rassistische Figur des „Zwarten Piet“ protestiert. Diese ist seit Jahren in den Niederlanden umstritten und wird insbesondere von Betroffenen wegen ihrer herabwürdigenden Haltung gegenüber Farbigen abgelehnt.

Ein Video zum Thema von der Initiative Schwarzer Menschen e.V. findet sich hier.

Bildmaterial von Florian Boillot und Andrea Linss.

Sechs Monate nach der Räumung des Oranienplatzes schicken Refugees Luftballons symbolisch ins Nirvana

Florian Boillot

Sechs Monate nach der Räumung des Flüchtling Camps am Oranienplatz in Berlin Kreuzberg haben fünfzig Aktivisten symbolisch für die Nicht-Umsetzung der Vereinbarung zwischen dem Senat und den Refugees durch den Senat schwarze Luftballons vor dem Amtssitz von Innensenators Frank Henkel (CDU) ins Nirvana geschickt.

Bildmaterial von Florian Boillot und Oliver Feldhaus.

Proteste gegen Asylrechtsverschärfung vor dem Bundesrat

Christian Ditsch

Mehrere hundert Menschen protestierten in Berlin vor dem Bundesratsgebäude gegen die von der Bundesregierung geplante Verschärfung des Asylrechts, nach der es vor allem für Roma keine Möglichkeit mehr geben soll, in Deutschland Asyl zu beantragen.

Mehrere Länder in Ost- und Südeuropa sollen zu „sicheren Herkunftsstaaten“ erklärt werden, obwohl es dort immer wieder Pogrome gegen Roma gibt. Als entscheidend für die Abstimmung gelten die Stimmen der Bundesländer, in denen es eine Regierungsbeteiligung der Grünen gibt. Das von den Grünen regierte Baden-Würtemberg hat seine Zustimmung zur Gesetzesverschärfung schon vor der Abstimmung erklärt.

Bildmaterial von Christian Ditsch.

Refugees besetzen Parteizentrale von Bündnis90/Grüne vor Sitzung des Bundesrates

Christian Ditsch

Rund fünfzig Flüchtlinge und Unterstützer haben die Parteizentrale von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin besetzt.

Sie forderten, dass die Vertreter von Grünen Landesregierungen am Freitag den 19. September 2014 in der Sitzung des Bundesrates gegen die weitere Verschärfung des Asylrechts stimmen. Die Verschärfung würde nach Aussagen von Besetzern auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz, die faktische Abschaffung des Asylrechts bedeuten.

Die Mitarbeiter und die Parteiführung der Grünen solidarisierten sich mit dem Anliegen der Besetzer, wollten aber keine Zusage über das Abstimmungsverhalten im Bundesrat machen. Die Polizei wurde von den Hausherren nicht an das Gebäude gelassen und auch eine Räumung durch die Polzei wurde abgelehnt. Die Polizei hielt sich daraufhin zurück.

Die Parteichefin Simone Peters lud die Besetzer nach deren Pressekonferenz zu einem Gespräch und diskutierte mit ihnen.

Bildmaterial von Florian Boillot, Christian Ditsch und Björn Kietzmann.

Protest vor Veranstaltung Frank Henkels zum 50. Jahrestages des Besuchs von Martin Luther King

Andrea Linss

Unter dem Motto „Aufruhr ist die Sprache der Ungehörten“ findet eine Protestkundgebung während eines Empfangs von Gastgeber Olaf Henkel (CDU), Innensenator von Berlin zum 50. Jahrestag des Berlin Besuchs von Dr. Martin Luther King statt. Dabei wird an den Umgang des Berliner Senats mit den Refugees vom Oranienplatz bzw. der Gürtelstraße erinnert.

Bildmaterial von Andrea Linss.

Seit fast einer Woche harren Refugees auf dem Dach des ehemaligen Hostels in der Gürtelstraße aus

Björn Kietzmann

Seit fast einer Woche befinden sich nun mehrere Refugees auf dem Dach des ehemaligen Hostels in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain, um gegen ihren Rauswurf aus dem Hostel aufgrund des Wortbruchs der Senatoren Dilek Kolat (SPD) und Frank Henkel (CDU) zu protestieren.

Unten bekunden Unterstützer mit Protestaktionen und Demonstrationen ihre Solidarität. So kommt es zu einer zeitweisen Besetzung des Eingangsbereiches der Senatsbehörde für Integration, Pfarrer feiern ein Abendmahl an der Absperrung, nachdem ihnen von der Polizei der Zugang zu den Refugees verweigert wurde und Musiker treten auf.  Hunderte demonstrieren mehrmals in Kreuzberg, Friedrichshain und Mitte.

Während dessen setzt die Berliner Polizei ihre menschenverachtende Taktik des Aushungerns der Refugees fort. Bisher ohne Erfolg.

Bildmaterial von Björn Kietzmann.

Yusuf Beyazit stellt aus: „Wessen Straße ist die Straße?“

jungeWelt

Das Gründungsmitglied der Photographers in Solidarity Yusuf Beyazit stellt vom 21. August bis 10. November 2014 Bilder von den politischen Bewegungen auf den Straßen Berlins in der jungeWelt-Ladengalerie aus.

Die Galerie befindet sich in der Torstraße 6, 10119 Berlin.

Die Öffnungszeiten sind: Montag – Donnerstag 11:00 – 18:00 Uhr, Freitag 10:00 – 14:00 Uhr.

Zu der Ausstellung ist ein Begleitband erschienen.

Mehr Infos gibt es auch hier: „Wessen Straße ist die Straße?“ Facebook Event.

 

Bericht in der jungenWelt:

junge Welt vom 22. August 2014

junge Welt vom 22. August 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder von der Vernissage:

Thorsten Strasas

© Thorsten Strasas

Yusuf Beyazit

© Yusuf Beyazit

Oliver Feldhaus

© Oliver Feldhaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Fest zur Umbenennung der M.-Straße

Andrea Linss

Verschiedene Gruppen der black community in Berlin veranstalten das „1. Fest zur Umbenennung der Berliner M.-Straße“. Dabei wird die anhaltende rassistische Benennung der Mohrenstraße kritisiert und gefordert, dass diese in Zukunft eine „Persönlichkeit des afrikanischen Widerstands gegen Kolonialismus und Rassismus – wie zum Beispiel Nelson Mandela – ehrt“.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit und Andrea Linss.