Beitrag getagt mit Köln


Geflüchtete protestieren in Berlin für ein respektvolles Miteinander

Thorsten Strasas

Geflüchtete Jugendliche und Deutsche haben angesichts der Silvesterereignisse in Köln für ein respektvolles Miteinander geworben. Auf der Kundgebung auf dem Berliner Alexanderplatz setzten sie sich für gegenseitige Anerkennung und den Respekt von Werten und gegen sexuelle Gewalt ein.

Passanten konnten ihre Wünsche auf Papierherzen schreiben oder bekamen ihren Namen in arabisch übersetzt.

Bildmaterial von Florian Boillot, Christian Mang und Thorsten Strasas.

Spontane Aktion „Sorry für Köln“ von Geflüchteten in Berlin

Oliver Feldhaus

„In Köln ist etwas sehr Schlimmes passiert, darum wollen wir hier heute etwas Gutes tun. Die Gewalt, die den Frauen in Köln geschehen ist, hat uns sehr entsetzt. Wir wollen mit unserer Aktion für ein Miteinander und Vertrauen zueinander werben. Wir dürfen uns nicht durch Religion, Nationalität oder Geschlecht gegeneinander aufhetzen lassen. Wir gehören zusammen“.

Dies erklärte einer der drei jungen Iraker, die heute mit einer spontanen Aktion auf dem Alexanderplatz „Sorry für Köln“ sagten. Seit einem Jahr leben sie in Berlin. Seit Köln hat sich die Situation auch für sie verändert. Ihnen begegnet Mißtrauen und Angst, erklärten sie mir. Mit verbundenen Augen und Pappschildern baten sie darum, Vertrauen zu einander zu zeigen und sie zu umarmen.

Während einer halben Stunde der Aktion konnte man tatsächlich nur Passanten erleben, die zunächst staunend und dann durchweg wohlwollend und sehr beeindruckt reagiert haben. Und trotz strömenden Regens haben es sich dann auch viele Menschen, darunter viele Frauen, nicht nehmen lassen, die drei Jungs zu umarmen und ihnen zu danken.

Bildmaterial von Oliver Feldhaus.