Beitrag getagt mit Kirche


Refugee Demonstration „Wir sind noch hier“

Oliver Feldhaus

Protestaktion von sog. Lampedusa-Flüchtlingen vor der Innenverwaltung Berlin. Die Refugees werden seit dem Verlassen des Oranienplatzes vor mehr als einem Jahr vom Berliner Senat trotz Zusagen und Vereinbarungen vollkommen im Stich gelassen .

Ohne die engagierte Unterstützung und Hilfe einiger evangelicher Kirchenkreise wäre das Überleben dieser Flüchtlingsgruppe in Berlin überhaupt nicht mehr möglich. Da sich aber auch die evangelische Kirche in Berlin vom Senat getäuscht und am Rande ihrer Möglichkeiten sieht, hat sie die Protestaktion der Refugees unterstützt und mitgetragen. Der Evangelische Kirchenkreis Stadtmitte führte mit den Refugees eine nunmehr fünftägige Mahnwache durch.

Während dieser Zeit wurde eine Arche gebaut, die nun durch die Straßen gezogen wurde.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit und Oliver Feldhaus.

Refugees führen Theaterstück im Rahmen der Mahnwache „Wir sind noch hier“ auf

Yusuf Beyazit

Im Rahmen der Mahnwache „Wir sind noch hier“, die von Refugees und dem evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte gemeinsam abgehalten wird, führen die Geflüchteten ein Theaterstück auf, welches ihre Situation thematisiert.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit.

Evangelischer Kirchenkreis hält mit Refugees eine Mahnwache in Berlin ab

Yusuf Beyazit

Der Evangelische Kirchenkreis Berlin Stadtmitte hält zusammen mit Refugees eine fünftägige Mahnwache unter dem Motto „Wir sind noch hier!“ nahe des Sitzes des Berliner Innensenators Frank Henkel (CDU) ab. Während dieser Zeit soll eine symbolische Arche gebaut werden:

Als Erinnerung an die auf der Flucht Ertrunkenen und Gestorbenen
Als Zeichen für die Geretteten Als Symbol für die Möglichkeit von Überleben und Leben
Als Mahnung an uns alle

Hintergrund ist, dass der Evangelische Kirchenkreis Berlin Stadtmitte „in Kooperation mit zahlreichen Kirchengemeinden aus ganz Berlin, weiteren Unterstützern und mit Hilfe vieler Spender […] seit September 2014 Notunterkünfte, Verpflegung, Monatskarten, Deutschkurse und medizinische Versorgung für inzwischen mehr als 100 Flüchtlinge“ organisiert. Der Kirchenkreis kritisiert, dass seit Monaten eine politische Lösung für die Refugees, die vorher zum größten Teil auf dem Protestcamp am Oranienplatz lebten, nicht in Sicht sei.

Wir können die Untätigkeit des Senats nicht länger hinnehmen. Die Geduld ist erschöpft – sowohl unsere als auch die der Flüchtlinge“
Silke Radosh-Hinder, stellv. Superintendentin im Kirchenkreis Berlin Stadtmitte#

Die Mahnwache soll die Weigerung des Senats tätig zu werden, wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken.

Während der Mahnwache werden auch Lesungen und Andachten stattfinden, sowie Künstler auftreten.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit.

 

Refugees verlassen die St. Thomas Kirche und erhalten durch die Kirche Schlafplätze

Florian Boillot

Eine weitere Verhandlungsrunde in der St. Thomas Kirche in Berlin Kreuzberg zwischen den Flüchtlingen und Bertold Hoecker, Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte, sowie Peter Storck, Stellvertretender Superintendent. Bertold Hoecker verließ die Kirche zunächst ohne Ergebnis. Ein paar Minuten später verkünden die Flüchtlinge, dass sie die Angebote annehmen: ca. 60 provisorische Schlafplätze in mehreren Orten. Vor der St. Thomas Kirche am Mariannenplatz werden dann Karten, Hausausweise, für die Schlafplätze an die registrierten Flüchtlinge verteilt.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Refugees besetzen St. Thomas Kirche in Kreuzberg

Thorsten Strasas

Mehrere Dutzend Refugees haben am frühen Abend die St. Thomas Kirche in Berlin Kreuzberg besetzt. Darunter befinden sich auch viele Flüchtlinge, die nach der Weigerung Berlins, die in der Oranienplatz-Vereinbarung zugesicherte Fortführung der Asylanträge durchzuführen, nun auf der Straße sitzen.

Einer der Gründe, warum diese Kirche besetzt wurde, ist die Haltung der Pfarrerin Claudia Mieth. So schrieb sie im August 2014 in der Gemeindezeitung: „…müssen wir die humanen Aspekte dieser schwierigen Situation immer wieder aufzeigen und anfragen. Wie genau das in unserer Gemeinde aussehen kann, müssen wir gemeinsam diskutieren.“

In Gesprächen u.a. mit der verantwortlichen Pfarrerin Claudia Mieth, Marie-Luise Beck und Pfarrer Peter Storck von der Heilig-Kreuz-Kirche, einigten sich die Refugees und die Kirchenvertreter darauf, dass die Flüchtlinge die erste Nacht in der Kirche verbringen können.

Bildmaterial von Christian Ditsch, Christina Palitzsch und Thorsten Strasas.

Gedächtnis-Kirche setzt hungerstreikende Refugees vor die Tür

Florian Boillot

Das Entsetzen und die Verzweiflung stand den elf Männern ins Gesicht geschrieben, als nach einem mehrstündigen Gespräch vom Küster der Gemeinde der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche vor die Tür gewiesen wurden.

Bei der Gemeinde der Gedächtniskirche hatten die elf Refugees um Schutz, Unterstützung und Kirchenasyl gebeten, nachdem sich ihr Hunger- und Durstreik am Alexanderplatz bereits lebensbedrohlich zugespitzt hatte und dennoch keinerlei Reaktionen von politisch Verantwortlichen erfolgt waren. In dieser Kirche hat es im Dezember ein Solidaritätskonzert für die Refugees gegeben.

Doch auch Pfarrer Martin Germer und weitere VertreterInnen der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche lehnten die Bitten nach Kirchenasyl ab, da man sich nicht in der Verantwortung sehe, einen humanitären Schutz zu gewährleisten, heißt es in einer Presseerklärung der Unterstützer der Refugees.

Der Pfarrer habe ihnen mit der Polizei gedroht, wenn man das Kirchengebäude nicht verlasse, erklärten die Flüchtlinge auf einer spontanen Pressekonferenz. Einer der Flüchtlinge sagte:

„Was mich am meisten erstaunt ist, dass uns gerade die Kirche ablehnt, denn ich bin ein gläubiger Mensch und ich dachte, die Kirche ist für alle Menschen auf der Welt da.“

Die Flüchtlinge beschlossen, vor Ort im Freien vor den Toren der Kirche ihren Protest fortzuführen, bis Verantwortliche aus der Politik mit ihnen Gespräche aufnehmen. Über die Polizei ließ die Gemeinde den Refugees mitteilen, dass die Gemeinde den Protest der Flüchtlinge vor den Kirchentüren vorerst dulde, sofern keine Schlafsäcke benutzt und Zelte aufgebaut würden.

Bildmaterial von Florian Boillot und Oliver Feldhaus.