Beitrag getagt mit Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche


Polizei räumt Refugee Protestcamp an der Gedächtniskirche

Bjoern Kietzmann

Die elf anwesende Flüchtlinge werden am späten Vormittag in polizeilichen Gewahrsam genommen. Hintergrund seien angenommene Verstöße gegen die Residenzpflicht. Nach nach einer Identitätsfeststellung sei laut Polizei ein Rücktransport der Flüchtlinge in die jeweiligen Bundesländer geplant.

Bildmaterial von Björn Kietzmann.

Gedächtnis-Kirche setzt hungerstreikende Refugees vor die Tür

Florian Boillot

Das Entsetzen und die Verzweiflung stand den elf Männern ins Gesicht geschrieben, als nach einem mehrstündigen Gespräch vom Küster der Gemeinde der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche vor die Tür gewiesen wurden.

Bei der Gemeinde der Gedächtniskirche hatten die elf Refugees um Schutz, Unterstützung und Kirchenasyl gebeten, nachdem sich ihr Hunger- und Durstreik am Alexanderplatz bereits lebensbedrohlich zugespitzt hatte und dennoch keinerlei Reaktionen von politisch Verantwortlichen erfolgt waren. In dieser Kirche hat es im Dezember ein Solidaritätskonzert für die Refugees gegeben.

Doch auch Pfarrer Martin Germer und weitere VertreterInnen der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche lehnten die Bitten nach Kirchenasyl ab, da man sich nicht in der Verantwortung sehe, einen humanitären Schutz zu gewährleisten, heißt es in einer Presseerklärung der Unterstützer der Refugees.

Der Pfarrer habe ihnen mit der Polizei gedroht, wenn man das Kirchengebäude nicht verlasse, erklärten die Flüchtlinge auf einer spontanen Pressekonferenz. Einer der Flüchtlinge sagte:

„Was mich am meisten erstaunt ist, dass uns gerade die Kirche ablehnt, denn ich bin ein gläubiger Mensch und ich dachte, die Kirche ist für alle Menschen auf der Welt da.“

Die Flüchtlinge beschlossen, vor Ort im Freien vor den Toren der Kirche ihren Protest fortzuführen, bis Verantwortliche aus der Politik mit ihnen Gespräche aufnehmen. Über die Polizei ließ die Gemeinde den Refugees mitteilen, dass die Gemeinde den Protest der Flüchtlinge vor den Kirchentüren vorerst dulde, sofern keine Schlafsäcke benutzt und Zelte aufgebaut würden.

Bildmaterial von Florian Boillot und Oliver Feldhaus.