Beitrag getagt mit Gerhart-Hauptmann-Schule


Erster Tag der Räumung der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule

Andrea Linss

Nachdem der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg Hans Panhoff (Grüne) überaus sensibel und passend ausgerechnet zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni den Refugees in der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg die Räumung in den nächsten Tagen ankündigte, begann diese am Vormittag des 24. Juni mit einem Großaufgebot von rund 900 Polizisten aus dem ganzen Bundesgebiet.

Dabei führten Einsatzhundertschaften aus Thüringen auch Maschinenpistolen mit sich, ein bis dahin recht einmaliges Ereignis bei solchen Einsätzen.

Während sich rund 200 Menschen dem Druck der Polizeistreitkräfte beugten und mittels bereit gestellten Bussen auf verschiedene Heime verteilt wurden, flüchtete ein Teil der Refugees auf das Dach der Schule und harrte dort aus.

Bildmaterial von Oliver Feldhaus, Björn Kietzmann und Andrea Linss.

 

 

 

Baustadtrat Panhoff droht am Weltflüchtlingstag mit Räumung der besetzten Schule

Christian Ditsch

Am Freitag den 20. Juni 2014 sollte eine Versammlung des Bezirksstadtrats und Leiter der Abteilung Planen, Bauen, Umwelt und Immobilien, Hans Panhoff (Bündnis 90/Die Grünen) mit Bewohnern der von Flüchtlingen besetzten Schule in der Kreuzberger Ohlauerstraße stattfinden. Das Treffen wurde jedoch bekannt und es kamen ca. 100 Unterstützer zu dem Treffen, so dass es nicht in der Schule, sondern im Freien abgehalten werden musste.

Baustadtrat Panhoff wollte eigentlich die Bedingungen für einen Umzug in andere Unterkünfte vortragen: Für mit sog. Hausausweisen registrierte Bewohnern der besetzten Schule gebe es das Angebot des Bezirkes, in andere Liegenschaften umzuziehen. Laut Panhoff bestehe die Alternative darin, dieses Angebot anzunehmen oder nicht anzunehmen. Die Räumung des Gebäudes würde jedoch in Kürze erfolgen. Da ihm die konkreten Pläne und Entscheidungen des Senates aber nicht bekannt seien, können er über den Zeitpunkt keine Angaben machen.

Bei der Versammlung trugen verschiedene Flüchtlinge ihre Anliegen für Asyl, Bewegungsfreiheit und gegen die wiederholten Durchsuchungen und Schikanen durch die Polizei vor. Panhoff erklärte, dass er damit nichts zu tun habe.

Bildmaterial von Christian Ditsch und Oliver Feldhaus.

Refugees fordern die Anwendung des §23 des Aufenthaltsgesetzes

Yusuf Beyazit

Am Oranienplatz protestierende Refugees fordern in der besetzten, ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in der Ohlauer Straße in Kreuzberg die Anwendung des §23 des Aufenthaltsgesetzes, um einen sicheren Aufenthaltsstatus von Flüchtlingen in Berlin zu gewährleisten.

Die politisch aktiven Refugees informieren im Zuge dieser Aktion auch bisher nicht oder weniger politische aktive Flüchtlinge über die Rechtslage und die Notwendigkeit der Refugee Bewegung.

Das Aufenthaltsgesetz sieht im §23 abseits des üblichen Asylverfahrens die Möglichkeit der Aufnahme von Menschen u.a. aus humanitären Gründen vor. Die Verantwortung liegt hierbei zunächst bei den obersten Landesbehörden, im Falle Berlins also des Senats.

Der entsprechende Paragraph des „Gesetzes über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG)“ im Wortlaut:

§ 23 Aufenthaltsgewährung durch die obersten Landesbehörden; Aufnahme bei besonders gelagerten politischen Interessen

(1) Die oberste Landesbehörde kann aus völkerrechtlichen oder humanitären Gründen oder zur Wahrung  politischer Interessen der Bundesrepublik Deutschland anordnen, dass Ausländern aus bestimmten Staaten oder in sonstiger Weise bestimmten Ausländergruppen eine Aufenthaltserlaubnis erteilt wird.[…]

Bildmaterial von Yusuf Beyazit und Andrea Linss.

Trauerfeier für Anwar in der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule

Florian Boillot

Der Flüchtling Anwar Rabouli wurde am 25.04.2014 auf dem Gelände der Gerhart-Hauptmann-Schule erstochen.

Nun fand eine weitere  Trauerfeier mit seinen Freunden und Bekannten an seinem Sarg in der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg statt.

Im Anschluss wurde der Leichnam in die Ibrahim Al Khalil Moschee in der Colditzstraße in Tempelhof gebracht, wo man ein weiteres Mal dem Verstorbenen mit Gebeten gedachte. Der Leichnam von Anwar wird dann nach Marokko überführt.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Pressekonferenz in der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule

Florian Boillot

Die Besetzer der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg halten eine Pressekonferenz ab, um über die  Geschehnisse in der Schule zu informieren.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Refugees und Unterstützer trauern um Anwar

Andrea Linss

Refugees und Unterstützer kamen am 28.04.2014 zusammen, um dem 29jährigen Marokkaner Anwar zu gedenken, der drei Tage zuvor bei einem Streit mit einem anderen Bewohner der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule tödlich verletzt wurde.

Die Flüchtlinge hoffen nun um Unterstützung, um den Leichnam des jungen Mannes nach Marokko bringen zu können.

Bildmaterial von Björn Kietzmann und Andrea Linss.

Trauer und Wut über den Tod eines Refugees in der besetzten Schule

Yusuf Beyazit

Trauer und Wut herrschen über den Tod eines Refugees in der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule.

Nach Polizei- und Presseangaben wurde der 29jährige Marrokaner im Laufe eines Streites von einem 40jährigen Tatverdächtigen aus Gambia mit einem Messer schwer verletzt und verstarb kurz darauf noch am Tatort. Der Tatverdächtige wurde nach Hinweisen durch andere Bewohner festgenommen. Es wurden Blumen an der Schule niedergelegt.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit.

Refugee stirbt nach Streit in der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule

Bjoern Kietzmann

Tragischer Vorfall an der Gerhart-Hauptmann-Schule in der Ohlauer Strasse in Berlin Kreuzberg. Ein Streit im Flachbau der von Flüchtlingen besetzen ehemaligen Schule eskaliert. Ein 29-jähriger Bewohner stirbt nachdem er von einem anderen Bewohner im Duschbereich mit einem Messer niedergestochen wurde. Die Polizei nahm einen 40-jährigen Tatverdächtigen fest. Ein Sicherheitsmitarbeiter der Schule verfolgte den fliehenden Tatverdächtigen.

An der Schule anwesende Flüchtlinge kritisierten, dass es 20 Minuten gedauert haben soll bis die alarmierten Rettungskräfte zusammen mit der Polizei an der Schule eintrafen.

Bildmaterial von Björn Kietzmann.

Die Politiker Andrej Hunko und Canan Bayram sprechen mit den Refugees

Björn Kietzmann

Die Politiker  Andrej Hunko (MdB, Linke) und Canan Bayram (MdA, Grüne) treffen sich mit Bewohnern der von Flüchtlingen besetzten Gerhart Hauptmann Schule in der Ohlauer Strasse in Berlin-Kreuzberg zu einer Gesprächsrunde.

Bildmaterial von Björn Kietzmann.

Großrazzia in der besetzten Schule in Berlin-Kreuzberg

© Dirk Stegemann

Aufgrund einer Auseinandersetzung außerhalb der von den Refugees im Dezember 2012 besetzten Schule kam es zu einem außergewöhnlichen Polizeieinsatz, bei dem die Schule durchsucht wurde.

Bildmaterial von Dirk Stegemann.

Asylmonologe werden in der besetzten, ehemaligen Schule aufgeführt

© Gabriele Senft

Einen Tag nach der Besetzung der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in der Ohlauer Straße fand dort eine Aufführung der Asylmonologe mit Star Bass Bariton Terry Cook statt, die bereits im Neuköllner Heimathafen, begleitet von einer Ausstellung unserer Bilder, aufgeführt wurde.

Bildmaterial von Gabriele Senft und Dirk Stegemann.

Impressionen aus dem besetzten, ehemaligen Schulgebäude

© Dirk Stegemann

Einige Bilder zwei Tage nach der durch Refugees erfolgten Besetzung der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg.

Bildmaterial von Dirk Stegemann.

Refugees besetzen die ehemalige Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg

© Thorsten Strasas

Da die Kälte im Camp am Oranienplatz ein menschenwürdiges Leben nicht mehr zulässt, besetzen die Refugees zusammen mit Unterstützern einen Teil des leerstehenden Gebäudes der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in der Ohlauer Straße. Noch am selben Tag spricht der Bezirksbürgermeister von Kreuzberg eine Duldung bis zum 11.12.2012 aus.

Bildmaterial von Björn KietzmannPhotographers in Solidarity, Dirk Stegemann und Thorsten Strasas.