Beitrag getagt mit Gerhart-Hauptmann-Schule


US- Bürgerrechtlerin Angela Davis besucht Refugees der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin

Oliver Feldhaus

Nachdem der US-Bürgerrechtlerin Angela Davis der Zutritt zur von Refugees besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule durch das von Grünen geführte Bezirksamt Kreuzberg-Friedrichshain verboten wurde, trafen sich Refugees und die seit Jahrzehnten aktive Kämpferin für Rechte von Minderheiten außerhalb der Schule. Refugees erläutern dort der US-Bürgerrechtlerin ihre Situation. Zuvor hatte bereits ein längeres intensives Gespräch über weitere Strategien der Refugeebewegung in einem nahegelegenen Lokal stattgefunden.

Bildmaterial von Florian Boillot, Christian Ditsch und Oliver Feldhaus.

Demonstration in Erinnerung an Khaled Idris Bahray

Thorsten Strasas

Angeführt von Refugees aus der Gerhart-Hauptmann-Schule und vom Oranienplatz, zog heute ein Demonstrationszug von über 2.000 Menschen von Neukölln nach Kreuzberg, um dem in Dresden getöteten Refugee Khaled Idris Bahray zu gedenken und die gewissenhafte Aufklärung der Tat zu fordern.

Bildmaterial von Florian Boillot, Oliver Feldhaus und Thorsten Strasas.

Trauermarsch in Kreuzberg für verstorbene Refugee Aktivistin Mimi

Thorsten Strasas

Rund 200 Menschen nahmen an einem Trauer- und Protestmarsch durch Kreuzberg vom Oranienplatz zur ehemals besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule teil. Sie erinnerten dabei an die kürzlich verstorbenen, bekannte Aktivistin Mimi und kritisierten die deutsche und europäische Asylpolitik.

In einer emotionalen Rede erinnerte ein Geflüchteter daran, dass geflüchtete, afrikanische Frauen die am meisten unterdrückten Menschen sind und drückte seine Bewunderung für den Mut und die Kraft von Mimi aus: „Sie hat uns afrikanische Männer beschützt“.

Bildmaterial von Andrea Linss und Thorsten Strasas.

Gedenken an die verstorbene Refugee Aktivistin Mimi

Oliver Feldhaus

Die bekannte und geschätzte Aktivistin Mimi ist gestern gestorben.

Den Tag über nahmen Bekannte und Freunde, darunter auch die Mitglieder des Abgeordnetenhauses Canan Bayram (Grüne) und Hakan Tas (Linke), an der Gerhart-Hauptmann-Schule von ihr Abschied.

Sie wird allen, die sie kennengelernt haben, unvergessen sein.

 

 

 

 

Oliver Feldhaus

© Oliver Feldhaus, Sista Mimi

Oliver Feldhaus

© Oliver Feldhaus, Trauer um Mimi an der Gerhart-Hauptmann-Schule

Oliver Feldhaus

© Oliver Feldhaus, Trauer um Mimi an der Gerhart-Hauptmann-Schule

Oliver Feldhaus

© Oliver Feldhaus, Hakan Tas, Canan Bayram und Dirk Stegemann an der Gerhart-Hauptmann-Schule

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warten auf eine angekündigte Räumung: Eindrücke aus der Ohlauer Straße

Andrea Linss

Ein weiterer Tag voller Anspannung vergeht vor der von Refugees besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin Kreuzberg. Die vom Bezirksamt unter Verantwortung von Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis90/Grüne) angekündigte Räumung kann jeden Moment stattfinden.

Am Abend verdichten sich Hinweise und Presseberichte, dass das Räumungsersuchen von der Bezirksbürgermeisterin gestellt wurde. Zu einer Bestätigung und Übernahme der Verantwortung für die ggf. folgenden Geschehnisse sah sich diese aber offenbar nicht in der Lage.

Bild.de berichtet zudem, dass die Räumung erst nach dem 9. November stattfinden soll, damit Protestaktionen nicht die Feierlichkeiten zum Mauerfall beeinträchtigen.

Bildmaterial von Björn Kietzmann und Andrea Linss.

Polizei räumt Mahnwache vor besetzter Gerhart-Hauptmann-Schule

Ruben Neugebauer

Drei Tage nach Ablauf des Ultimatums des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg unter Leitung von Monika Herrmann (Bündnis90/Grüne) zur Räuimung der von Refugees besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule, fand dort eine Mahnwache statt. Trotz Genehmigung räumte die Polizei diese gewaltsam – angeblich wegen verstellter Rettungswege. Berichte besagen jedoch, dass die Polizei später selbst einen Rettungswagen wegen Sperrung der Straße nicht durchließ.

Währenddessen befürchteten Refugees in der Schule den Beginn der Räumung und flüchteten wiederum auf das Dach, wie Björn Kietzmann und Florian Bolloit berichten.

Nach dem mehrstündigen Einsatz blieb es die Nacht über jedoch ruhig.

Bildmaterial von Chris Grodotzki und Ruben Neugebauer.

Pressekonferenz der Refugees vor der Gerhart-Hauptmann-Schule angesichts der angedrohten Räumung durch das Bezirksamt

Oliver Feldhaus

Die Refugees in der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin Kreuzberg geben am Tag nach dem Auslaufen des Ultimatums zur Räumung der Schule eine Pressekonferenz. Auf dieser schildern sie ihre Lage und berichten vom letzten, vergeblichen Gespräch der Bezirksbürgemeisterin Monika Herrmann (Bündnis90/Grüne).

Bildmaterial von Oliver Feldhaus.

Pressekonferenz zum angedrohten Zwangsauszug der verbliebenen Flüchtlinge in der Gerhart-Hauptmann-Schule

Christina Palitzsch

Nachdem der Bezirk einen Teil der Geflüchteten im Juni mit einem Polizeigroßeinsatz ‘freiwillig’ räumte, folgte eine Woche der Proteste. Danach wurde den etwa 60 im Haus verbliebenen Menschen zugesichert, dass sie  auch während der dringend nötigen Umbauarbeiten in der Schule bleiben dürfen. Vor einigen Tagen aber bekamen alle Bewohner Post mit der Aufforderung, die Schule innerhalb der kommenden zwei Wochen zu verlassen.

Neben Anwohnerinnen und der Initiative Zwangsräumung verhindern, unterstützen auch zahlreiche Kulturinstitute wie das Gripstheater den Protest der Geflüchteten in der Schule. Intendant Stefan Fischer-Fels spricht von einem fatalen Fehler, die Flüchtlinge aufzufordern zu gehen und bietet neben den bereits laufenden gemeinsamen Theaterprojekten auch an, zwischen Geflüchteten, Bezirk und Senat zu vermitteln.

Bildmaterial von Christina Palitzsch.

Tausende demonstrieren gegen Grüne und Polizeibelagerung und für humane Flüchtlingspolitik

Oliver Feldhaus

Rund 4.000 Menschen aus dem vornehmlich linken Spektrum nahmen nur Tage nach der abgebrochenen Räumung der von Flüchtlingen besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule an einer Demonstration gegen die Politik der Grünen, gegen die Belagerung Kreuzbergs durch die Polizei und für eine humane Flüchtlingspolitik teil.

Bei einer Zwischenkundgebung am Oranienplatz kam es kurzzeitig zu Rangeleien und einer Festnahme, als Einheiten der Polizei meinten, inmitten der Kundgebung Bäume bewachen zu müssen. Dennoch gelang es zwei Aktivisten, Bäume zu erklimmen. Diese verließen sie kurz darauf aber wieder.

Der Rest der Demonstration verlief friedlich bis in die Nähe der besetzten Schule, wo die Polizei, die nach Polizeiangaben von bis zu 890 Beamten aus mehreren Bundesländern begleitet wurde, erneut die gerade erst abgebauten Straßensperrungen wieder errichtete. Im Anschluss kam es noch zu mindestens zwei Festnahmen.

Bildmaterial Yusuf Beyazit, Christian Ditsch, Oliver Feldhaus und Thorsten Strasas.

Pressekonferenz des Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein zum sog. „Einigungspapier Oranienplatz“

Christian Ditsch

Pressekonferenz des Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e. V. (RAV) im Maxim-Gorki Theater zum sog. „Einigungspapier Oranienplatz“ und den Flüchtlingen in der besetzten Gerhard-Hauptmann-Schule in Berlin Kreuzberg.

Der Berliner Senat hatte am 18. März 2014 das sog „Einigungspapier Oranienplatz“ präsentiert. Darin werden die Ziele und der Protest der Flüchtlinge als notwendig und richtig anerkannt. Nur ist für die Flüchtlinge in der seit Winter 2012 bewohnten Gerhard-Hauptmann-Schule seit dem nichts positives passiert. Das Gegenteil ist der Fall. Sie sollen auf Anordnung aus dem Bezirksamt der Grünen Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann, von der Polizei aus dem Gebäude geräumt werden. Bei dem „freiwilligen Auszug“ am 24.6.2014 ist die Polizei mit gezogenen Maschinenpistolen vorgefahren.

Vierzig Flüchtlinge und Unterstützer sind im Haus geblieben. Seitdem ist der Bereich um die Schule von ca. 900-1000 Polizisten abgeriegelt.
Auf der Pressekonferenz des RAV schilderten Anwältinnen, ein Pastor, ein Traumaspezialist, ein Verfasser eines Rechtsgutachtens der Migrationsbeauftragten sowie der Flüchtlingsrat Berlin ihre Erlebnisse mit den Geflüchteten und aus der besetzten Schule.

Es wurde einhellig erneut gefordert, dass der Senat seine gemachten Zusagen endlich einhält, den Flüchtlingen ihre gesetzlich zustehenden Leistungen gewährt und dass das Räumungsersuchen der Schule zurückgezogen wird.

Bildmaterial von Christian Ditsch.

Einigung zwischen Bezirksamt und Refugees am neunten Tag führt zu Beendigung der Belagerung

Thorsten Strasas

Am nunmehr neunten Tag des Ausnahmezustandes in Kreuzberg kommt Bewegung in die verfahrene Situation um die Gerhart-Hauptmann-Schule.

Unter beharrlicher Vermittlung von Anwälten und den Abgeordneten Canan Bayram (Grüne), Hakan Taş (Linke) und des Mitglied des Budnestages Hans Christian Ströbele (Grüne) gelingt es, das Bezirksamt und die Geflüchteten zu einem Kompromiss zu bewegen. Die genauen Bedingungen und deren Umsetzung bleiben zunächst unklar. Sicher ist, dass das Bezirksamt das Räumungsersuchen zurücknimmt, die verbliebenen Flüchtlinge zunächst in der Schule verbleiben, die Polizei weitgehend abgezogen wird und die Geflüchteten das Dach verlassen.

Trotz weiterhin vieler offener Fragen, herrschte zunächst bei allen Beteiligten große Erleichterung über die Entspannung der dramatischen Situation.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit, Oliver Feldhaus, Andrea Linss und Thorsten Strasas.

Anhaltende Belagerung und Widerstand in Kreuzberg auch am achten Tag

Oliver Feldhaus

Auch am achten Tag der Belagerung von Teilen Kreuzbergs durch Polizeistreikräfte auf Anordnung des Bezirksamtes Kreuzberg-Friedrichshain hatte sich noch nichts an der Situation in und um die Gerhart-Hauptmann-Schule im Vergleich zu den Vortagen getan.

Weiterhin ist das Gebiet um die Schule von einem starken Polizeiaufgebot abgeriegelt. Immer wieder geht die Polizei zum Teil gewalttätig gegen den zunehmenden Widerstand der Anwohnenden und Unterstützern der Geflüchteten vor. Die Menschen fordern ein Ende der Polizeigewalt!

Gegen Mittag stellt der Baustadtrat Panhoff (Bündnis90/Die Grünen) nach Ablauf des Ultimatums durch Polizeipräsident Klaus Kandt ein Räumungsersuchen für die Gerhart-Hauptmann-Schule bei der Berliner Polizei. Gleichzeitig will der Pressesprecher des Bezirksamtes davon nichts wissen, Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (ebenfalls Bündnis90/Die Grünen) schweigt. Es herrscht offenkundig Chaos im Bezirksamt.

Die Polizei verkündet, das Räumungsersuchen prüfen zu wollen, schließt aber eine Räumung noch am Dienstag aus.

Bildmaterial von Oliver Feldhaus und Andrea Linss.

Anwohner durchbrechen die Absperrungen in Kreuzberg und solidarisieren sich mit den Refugees

Oliver Feldhaus

Am siebten Tag der Belagerung der Gerhart-Hauptmann-Schule durch ein enormes Polizeiaufgebot bricht sich der Zorn der Anwohnenden über die Blockade ihrer Straßen durch die Polizei Bahn.

Nach einer Einwohnerversammlung überwinden die Anwohnenden die gesicherten Polizeiabsperrungen und erobern sich sich ihren Straßen zurück. In einem spontanen Demonstrationszug ziehen die Menschen vor das Tor der Schule und zeigen ihre Solidarität mit den Geflüchteten, die auf dem Dach der Schule ausharren. Auch in den nächsten Tagen demonstrieren die Anwohner in der Ohlauer-, Reichenberger- und Lausitzerstraße mit Transparenten aus ihren Fenstern und vielfältigen Aktionen gegen Polizeigewalt, gegen die Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit, Kontrollen und Schikanen durch die Polizei und für die Forderungen der Flüchtlinge auf Bleiberecht.

Am Abend platzt Polizeipräsident Klaus Kandt der Kragen und die Polizei stellt dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg ein Ultimatum bis zum Morgen des nächsten Tages, zu entscheiden, wie es mit der Gerhart-Hauptmann-Schule weitergehen soll. Für den Fall, dass keine Räumung angestrebt wird, wird die Polizei ihren Einsatz beenden.

Bildmaterial von Oliver Feldhaus und Andrea Linss.

Dritter Tag des Räumungsversuches der Gerhart-Hauptmann-Schule durch das Bezirksamt

Andrea Linss

Die Polizei hat auch am dritten Tag des Gebäude der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule mit hunderten Kräften weiträumig abgeriegelt. Es kommt immer wieder zu Festnahmen und Übergriffen.

Immer noch harren mehrere Dutzend Refugees auf dem Dach und in der Schule aus, um sich gegen die Räumung durch das Bezirksamt Friedrichshain Kreuzberg zu wehren.

Die Arbeit der Presse wird durch bzw. auf Anweisung des Bezirksamtes massiv behindert. Einen Zugang zur Schule zwecks Berichterstattung wird den Journalisten verweigert. Eine Pressekonferenz mit dem Pressesprecher des Bezirksamtes Sascha Langenbach und Baustadtrat Hans Panhoff (Bündnis90/Grüne) gerät zum völligen Fiasko, als sich ein Unterstützer der Refugees zu Wort meldet, von Langenbach arrogant abgebürstet und daraufhin von Polizeikräften brutal festgenommen wird (Video).

Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz vergleicht Langenbach die verzweifelten, friedlich protestierenden Refugees auf dem Dach der Schule mit den hochkriminellen, gewalttätigen Bankräubern und Mördern aus dem Gladbecker Geiseldrama (Video).  Eine Distanzierung zu diesen Äußerungen erfolgt weder durch Hans Panhoff, noch durch die Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann (Bündnis90/Grüne).

Bildmaterial von Oliver Feldhaus, Andrea Linss und Johann Stemmler.

Eindrücke und Bilder vom zweiten Tag der beabsichtigten Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule

Oliver Feldhaus

Das Gelände rund um die Schule wurde von einem Großaufgebot von Polizeibeamten aus Berlin und anderen Bundesländern weiträumig abgeriegelt. Von Polizei und Bezirksamt wurde der Presse der Zugang zum Gelände strikt verwehrt. Die eigene Anschauung der Situation in und auf dem Dach der Schule wurde ebenso unterbunden, wie ein direktes Gespräch mit den Geflüchteten selbst. Um die Öffentlichkeit dennoch über die Lage und Forderungen zu informieren, improvisierten die Geflüchteten und die versammelte Presse eine Pressekonferenz über Skype, die in einer nahegelegenen Bäckerei durchgeführt wurde.

Aus Protest, dass sich die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann bisher nicht zu den Vorgängen geäußert hatte, besetzten etwa 30 Menschen kurzzeitig die Räume vor dem Büro der Bürgermeisterin im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Die Behörde rief die Polizei und drohte, die Besetzer räumen zu lassen. Nachdem vom Bezirksamt zugesagt wurde, dass die Bürgermeisterin sich persönlich in die Gespräche mit den Flüchtlingen einschalten werde, verließen die Besetzer friedlich das Bezirksamt.

Bildmaterial von Oliver Feldhaus.