Beitrag getagt mit Geflüchtete


Geflüchtete erreichen den Bahnhof Schönefeld bei Berlin

Yusuf Beyazit

Regelmäßig erreichen Geflüchtete mit sog. „Trains of Hope“ den Bahnhof Schönefeld bei Berlin, um von dort aus weiter in die Aufnahmestellen in Berlin gebracht zu werden.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit.

Eindrücke von den Zuständen in Zwangsunterkünften für Geflüchtete in Sachsen und Thüringen

Christian Ditsch

Zwei Tage – Vier Zwangsunterkünfte für geflüchtete Menschen in Sachsen und Thüringen.

Tausende Flüchtlinge sind derzeit in Deutschland in Zwangsunterkünften wie Zeltlagern oder Container“dörfern“ untergebracht. Etliche Bundesländer weigern sich, der Presse Zugang zu den Lagern zu gewähren. In Chemnitz jedoch gelang es einen Blick in eine Turnhalle zu bekommen, in der Flüchtlinge mit Minderjährigen unter katastrophalen Bedingungen leben müssen. In Thüringen konnte ganz legal das Erstaufnahmelager in Eisenberg besucht werden, wo die Leiterin ganz offen sagt, dass die momentane Situation in den Einrichtungen politisch gewollt ist.

In Heidenau konnte beobachtet werden, wie sich eine Einwohnerin und ein Einwohner nach den rassistischen Krawallen von Bevölkerung, Nazis und Hooligans um die Flüchtlinge bemühen und mit ihnen Deutschunterricht machen.

Bildmaterial von Christian Ditsch:

Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in Dresden. In einem Industriegebiet im Stadtteil Dresden-Friedrichstadt wurde ein Zeltlager für 600 bis 700 Menschen errichtet. Bis zu 40 Personen leben auf engstem Raum in einem Zelt: Bildmaterial.

Situation von Fluechtlingen in Heidenau nach den rassistischen Krawallen von Nazis und Hooligans: Bildmaterial.

Bilder vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Landesdirektion Sachsen in Chemnitz – sog. Erstaufnahmelager – und der Notunterkunft in einer Turnhalle in Chemnitz: Bildmaterial.

Landesaufnahmestelle, Erstaufnahmestelle der Landes Thüringen in Eisenberg: Bildmaterial.

 

Hilfe von Bürgern vor dem LaGeSo mindert die Auswirkungen des Versagens des Senates

Björn Kietzmann

In Folge des Versagens der Leitung des für die Unterbringung Gefüchteter zuständigen Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) und des zuständigen Senators Maria Czaja (CDU) mussten Geflüchtete bei bis zu 38 Grad in endlosen Warteschlangen vor der Erstregistrierung verbringen. Die sich bereits seit Monaten ankündigende und nunmehr vollends zu Tage tretende Unfähigkeit und Unwillen von Behördenleitung und Senat zu einem humanitäten Umgang mit den Geflüchteten erreichte einen Höhepunkt der Unmenschlichkeit. Es gab weder ausreichend Wasser vor Ort, noch eine gesundheitliche Versorgung der teilweise verletzten Geflüchteten. Auch eine Bereitstellung von Nahrungsmitteln gab es seitens offizieller Stellen nicht.

Stattdessen ließ es sich die Berliner Polizei nicht nehmen, gegenüber z.T. traumatisierten Geflüchteten aus Kriegsgebieten in voller Kampfmontur aufzutreten und auch Pfefferspray einzusetzen, welches nach Augenzeugenberichten auch mindestens ein Kind traf. Vertreter der Presse wurden von der Polizei in mind. einem Fall festgenommen, während in einem weiteren Fall die Speicherkarte der Kamera eines anderen Journalisten vom Sicherheitsdienst des LaGeSo entwendet wurde.

Dank des massiven, ehrenamtlichen Engagements vieler Bürger, insbesondere auch von „Moabit hilft“ konnte die unerträgliche Situation der Geflüchteten teilweise gemindert werden. Oftmals gegen den Willen der LaGeSo-Leitung.

Auch in eillig eingerichteten Notunterkünften in Karlshorst und Wilmersdorf wird der Großteil der Hilfe für die Geflüchteten von freiwilligen Helfern organisiert.

Das Verhalten der offiziellen Stellen hat inzwischen dazu geführt, dass sich „Moabit hilft“ am 14.08.2015 aus der Koordination der Hilfe zurückgezogen hat (Pressemitteilung [pdf]). Der Hilfsverein spricht von „Suizidversuchen, Totgeburt, Knochenbrüchen, unbehandelte schwere Kriegsverletzungen“und davon, dass eine „Professionalisierung der Hilfsmaßnahmen […] vorsätzlich verhindert“ wird.

Ärzte warnen vor einer humanitären Katatrophe.

 

Bildmaterial chronologisch aufgelistet:

05.08.2015: Oliver Feldhaus

07.08.2015: Florian Boillot, Björn Kietzmann, Christian Mang

10.08.2015: Björn Kietzmann, Christian Mang

11.08.2015: Börn Kietzmann

14.08.2015: Notunterkunft in Wilmersdorf: Florian Boillot, Christian Mang

17.08.2015: Christian Mang

20.08.2015: Yusuf Beyazit