Beitrag getagt mit Friedrichshain


Pressekonferenz der Refugees nach dem Ende der Besetzung des Daches in der Gürtelstraße

Oliver Feldhaus

“Sie haben zu uns gesagt, ihr bleibt hier, bis ihr sterbt.”

Saidu

 

Auf einer Pressekonferenz am Infopoint auf dem Kreuzberger Oranienplatz informierten Refugees über vergangenen dreizehn Tagen ihres Protestes auf dem Dach des ehemaligen Hostels in der Gürtelstraße.

Sie berichteten erschüttertende Details über die Verweigerung von Nahrung und Wasser sowie von entwürdigendem Verhalten der Polizei und Behörden. Dabei widersprachen sie auch den Darstellungen der Polizei, ein Polizeiarzt hätte ihren Zustand überwacht. Zudem wiederholten sie den Vorwurf, das ihnen von Unterstützern zugedachte Essen sei vor ihren Augen von Polizeibeamten gegessen worden.

Bildmaterial von Oliver Feldhaus.

 

Einen Audiomittschnitt der Pressekonferenz gibt es hier: Audio.

Demonstration am “Tag X” für die Refugees der Gürtelstraße

Christina Palitzsch

Demonstration am “Tag X” für die Refugees der Gürtelstraße nach deren Verlassen des Daches am Sonntag. Diese hatten sich auf dem Dach des Flüchtlingslagers verbarrikadiert, nachdem das von Senatorin Dilek Kolat unterzeichnete Oplatz-Agreement vom Senat gebrochen wurde und die Geflüchteten von heute auf morgen aus der Stadt verschwinden sollten.

Nach zwölf Tagen ohne Außenkontakt berichten die geflüchteten Männer aus dem Niger von ihren Erfahrungen: das überbrachte Essen verzehrten die Polizisten vor ihren Augen selbst und gaben ihnen als Gruppe anfangs überhaupt kein Wasser, schließlich nur 1,5 Liter pro Tag für zehn Menschen. Einem kranken Mann wurden Medikamente und der Besuch seines Arztes verwehrt.

Die Demonstration am Tag nach dem Verlassen des Daches, richtete sich gegen deutsche, rassistische Gesetzgebung wie Flüchtlingslager, Arbeitsverbote und die Residenzpflicht,  zudem gegen Frontex und das gesamteuropäische Abwehrsystem gegen Geflüchteten.

Die Demonstration spaltete sich bereits am Anfang und die Polizei scheiterte daran, neben dem vorderen Demozug, die anderen lautstark durch Friedrichshain ziehenden Gruppen unter Kontrolle zu bringen. Schließlich wurde der gesamte Kiez mit den Forderungen und Parolen beschallt, die Stimmung war offensiv, energisch und fordernd. Am Schluß kam es zu mindestens einer Festnahme und  vereinzelt Pfeffersprayeinsatz.

Bildmaterial von Florian Boillot und Christina Palitzsch.

Ärzte und medizinisches Personal versuchen zu den Refugees in der Gürtelstraße vorzudringen

Oliver Feldhaus

Heute demonstrierten etwa dreißig Ärzte, medizinisches Personal und Unterstützer mit der Aktion „Wasser aufs Dach“ an der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain.

Zunächst mißachteten sie die Anweisungen der Polizei, den abgesperrten Bereich um das Asyllager im ehemaligen Hostel nicht zu betreten und umgingen eine Polizeikette. Schließlich wurden sie jedoch an einer weiteren Absperrung von der Polizei gehindert, die seit elf Tagen auf dem Hosteldach ausharrenden Refugees mit Wasser zu versorgen. Auch die Forderung nach einer Untersuchung der Refugees durch einen unabhängigen Arzt wurde von der Polizei abgelehnt.

Dem später hinzukommenden Bundestagsabgeordneten Hans Christian Ströbele (B90/Grüne) wurde ebenfalls ein direktes Gespräch mit den Refugees verwehrt.

Bildmaterial von Oliver Feldhaus.

Refugees folgen der Einladung der CDU Lichtenberg und besuchen deren Bürgerfest samt Innensenator Henkel

Andrea Linss

Etwa 100 Refugees und Supporter besuchten ein Bürgerfest der CDU Mitte-Lichtenberg, zu dem auch Innensenator Henkel geladen war.

Innensenator Henkel (CDU) hat vor wenigen Tagen per Gerichtsbeschluss absichern lassen, dass Geflüchtete, die seit zwölf Tagen auf einem Dach in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain gegen ihre unmenschliche Behandlung protestieren, keine Nahrung mehr erhalten.
Eine anschließende, spontane Demonstration führte zu der nahegelegenen Mahnwache für die protestierenden Refugees in der Gürtelstraße.

Bildmaterial von Andrea Linss und Christina Palitzsch.

Soli Kundgebung für Refugees in der Gürtelstraße jetzt in Park an der Frankfurter Allee

Florian Boillot

Die Soli-Kundgebung für die Flüchtlinge auf dem Dach des ehemaligen Hostels in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain hat sich in den kleinen Park an der Frankfurter Allee verlagert.

Leider ohne Sicht zwischen Dach und Kundgebung. Mit Regenschirmen abgegrenzt, entsteht ein Ort für politische Diskussionen, Musik, Kino oder Capoeira. Bis jetzt toleriert die Polizei diesen neuen Ort.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Polizei verhindert eine Capoeira Performance zur Unterstützung der Refugees in der Gürtelstraße

Florian Boillot

Die Polizei verhindert eine Capoeira Performance an der Absperrung vor der Flüchtlingsunterkunft in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Eindrücke vom neunten Tag der Dachbesetzung in der Gürtelstraße durch Refugees

Oliver Feldhaus

Seit neun Tagen halten nunmehr acht Refugees das Dach eines Hostels an der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain besetzt.

Sie widersetzen sich damit der Ausländerbehörde, die am Dienstag vergangener Woche 108 Flüchtlinge aufgefordert hatte, ihre Unterkünfte und Berlin zu verlassen.

Zudem kam es heute zu weiteren Anweisungen an Refugees, ihre Unterkünfte zu verlassen.

Bildmaterial von Oliver Feldhaus.

Verletzter Refugee verlässt die Gürtelstraße

Florian Boillot

Kurz vor 19:00 Uhr verlässt ein verletzter Flüchtling das Dach in der Gürtelstraße  in Begleitung von Sanitätern. Zunächst war unklar wohin er gebracht wurde.

Laut Aktivisten wurde er nach einer Behandlung entlassen, einen Schlafplatz haben ihm die Aktivisten organisiert. Er wird seinen Bruder, welcher immer noch auf dem Dach ist, von unten unterstützen.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Eindrücke vom achten Tag der Besetzung des Daches in der Gürtelstraße

Yusuf Beyazit

Seit nunmehr acht Tagen halten Refugees als Folge des Wortbruches des Berliner Senats das Dach des ehemaligen Hostels in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain besetzt.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit.

Konzert von Mal Élevé (Irie Révoltés) in der Gürtelstraße

Florian Boillot

Mal Élevé der Sänger von Irie Révoltés gibt ein Soli Konzert vor der Sperrzone in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain. Dort harren Flüchtlinge nach wie vor auf dem Dach des ehemaligen Hostels aus. Auf dem Dach und auf der Straße wird getanzt.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Seit fast einer Woche harren Refugees auf dem Dach des ehemaligen Hostels in der Gürtelstraße aus

Björn Kietzmann

Seit fast einer Woche befinden sich nun mehrere Refugees auf dem Dach des ehemaligen Hostels in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain, um gegen ihren Rauswurf aus dem Hostel aufgrund des Wortbruchs der Senatoren Dilek Kolat (SPD) und Frank Henkel (CDU) zu protestieren.

Unten bekunden Unterstützer mit Protestaktionen und Demonstrationen ihre Solidarität. So kommt es zu einer zeitweisen Besetzung des Eingangsbereiches der Senatsbehörde für Integration, Pfarrer feiern ein Abendmahl an der Absperrung, nachdem ihnen von der Polizei der Zugang zu den Refugees verweigert wurde und Musiker treten auf.  Hunderte demonstrieren mehrmals in Kreuzberg, Friedrichshain und Mitte.

Während dessen setzt die Berliner Polizei ihre menschenverachtende Taktik des Aushungerns der Refugees fort. Bisher ohne Erfolg.

Bildmaterial von Björn Kietzmann.

Anwohner der Gürtelstraße versuchen Essen und Wasser zu den Refugees zu bringen

Florian Boillot

Anwohner der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain und ihre Freunde versuchen mit Essen und Wasser in die Sperrzone zu gelangen. Die Freunde werden wieder herausgebracht, die Einwohner bis zu ihrer Tür von der Polizei begleitet. Weiterhin verbietet die Polizei jeglichen Kontakt mit den Flüchtlingen, die auf den Dach der Unterkunft gegen ihren Rauswurf aus dem ehemaligen Hostel und dem Wortbruch des Berliner Senates protestieren.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Pfarrern wird Begegnung mit Refugees verweigert, stattdessen Abendmal an der Absperrung

Florian Boillot

Die vier Geistlichen Ringo Effenberger, Peter Sedler, Silke Radosh-Hinder und Hanns Thomä versuchten die Flüchtlinge in der Unterkunft in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain zu besuchen, um mit einem Abendmahl geistlichen Beistand zu gewährleisten, sowie Essen und Wasser mitzubringen.

Pfarrer Ringo Effenberger könnte an der Tür mit dem Betreiber reden. Darüberhinaus wurde ein Besuch nicht genehmigt. Nach einer kurzen Pressekonferenz der Unterstützer, entschied sich Pfarrer Ringo Effenberger ein Abendmahl mit Flüchtlingen und Unterstützern vor die Sperrzone zu feiern.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Polizei verweigert Presse und Anwälten Zugang in die Sperrzone Gürtelstraße

Florian Boillot

Am zweiten Tag der Dachbesetzung durch Refugees verweigert die Polizei der Presse und den Anwälten der Refugees den Zugang in die Sperrzone vor dem ehemaligen Hostel Georghof in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain. Einwohner werden nach Ausweiskontrollen am Grenzübergang von der Polizei bis zu ihrer Haustür begleitet.

Kurz vor 19:00 Uhr stellte die Polizei Strom und Wasser im Unterkunft ab.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Erster Tag der Dachbesetzung des Hostels in der Gürtelstraße durch Refugees

Florian Boillot

Nach dem Wortbruch des Senats müssen über 100 Flüchtlinge ihre Unterkünfte verlassen, die sie im Zuge des Abkommens zur Beendigung des Protestcamps auf dem Oranienplatz erhalten haben. In dem ehemaligen Hostel Georghof in der Gürtelstr. in Berlin Friedrichshain leben 68 Betroffene.

Am Abend zuvor verließen 20 Leute „freiwillig“ das Hostel. Kurz vor acht Uhr steht ein große Menge an Polizei im ganzen Kiez und nach Verhandlungen verlassen weitere Geflüchtete „freiwillig“ das Hostel. Dieses gibt ein Ultimatum bis 15:00 Uhr, um sein Hausrecht in Anspruch zu nehmen. Etwa um 13:00 Uhr steigen einige Flüchtlinge auf das Dach und drohen zu springen. Ab 14:00 Uhr sind Polizei, Sanitäter und Feuerwehr vor Ort. Ab 15:00 Uhr errichtet die Polizei, wie bereits in der Ohlauer Straße, eine Sperrzone.

Unterstützer werden dieser verwiesen. Nach und nach wird die Sperrzone aufgebaut und erweitert. Einwohner werden bis zu ihrer Haustür von der Polizei begleitet. Auf dem Dach rufen einige Flüchtlinge: „We love Berlin“ und haltend abei eine Deutschlandfahne in der Hand. Die Mitglieder des Abgeordnetenhauses Canan Bayram (Grüne) und Hakan Tas (Die Linke) werden in das Hostel gelassen. Nach Stunden der Wartezeit bekommen sie aber kein Zugang zum Dach: Es finden keine Verhandlungen statt.

Um 21:40 Uhr endet eine Demonstration unter dem Motto „Bleiberecht für alle“ mit mehreren hundert Teilnehmern vor der Belagerung.

Bildmaterial von Florian Boillot und Björn Kietzmann.