Beitrag getagt mit Besetzung


Verletzter Refugee verlässt die Gürtelstraße

Florian Boillot

Kurz vor 19:00 Uhr verlässt ein verletzter Flüchtling das Dach in der Gürtelstraße  in Begleitung von Sanitätern. Zunächst war unklar wohin er gebracht wurde.

Laut Aktivisten wurde er nach einer Behandlung entlassen, einen Schlafplatz haben ihm die Aktivisten organisiert. Er wird seinen Bruder, welcher immer noch auf dem Dach ist, von unten unterstützen.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Eindrücke vom achten Tag der Besetzung des Daches in der Gürtelstraße

Yusuf Beyazit

Seit nunmehr acht Tagen halten Refugees als Folge des Wortbruches des Berliner Senats das Dach des ehemaligen Hostels in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain besetzt.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit.

Konzert von Mal Élevé (Irie Révoltés) in der Gürtelstraße

Florian Boillot

Mal Élevé der Sänger von Irie Révoltés gibt ein Soli Konzert vor der Sperrzone in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain. Dort harren Flüchtlinge nach wie vor auf dem Dach des ehemaligen Hostels aus. Auf dem Dach und auf der Straße wird getanzt.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Seit fast einer Woche harren Refugees auf dem Dach des ehemaligen Hostels in der Gürtelstraße aus

Björn Kietzmann

Seit fast einer Woche befinden sich nun mehrere Refugees auf dem Dach des ehemaligen Hostels in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain, um gegen ihren Rauswurf aus dem Hostel aufgrund des Wortbruchs der Senatoren Dilek Kolat (SPD) und Frank Henkel (CDU) zu protestieren.

Unten bekunden Unterstützer mit Protestaktionen und Demonstrationen ihre Solidarität. So kommt es zu einer zeitweisen Besetzung des Eingangsbereiches der Senatsbehörde für Integration, Pfarrer feiern ein Abendmahl an der Absperrung, nachdem ihnen von der Polizei der Zugang zu den Refugees verweigert wurde und Musiker treten auf.  Hunderte demonstrieren mehrmals in Kreuzberg, Friedrichshain und Mitte.

Während dessen setzt die Berliner Polizei ihre menschenverachtende Taktik des Aushungerns der Refugees fort. Bisher ohne Erfolg.

Bildmaterial von Björn Kietzmann.

Pfarrern wird Begegnung mit Refugees verweigert, stattdessen Abendmal an der Absperrung

Florian Boillot

Die vier Geistlichen Ringo Effenberger, Peter Sedler, Silke Radosh-Hinder und Hanns Thomä versuchten die Flüchtlinge in der Unterkunft in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain zu besuchen, um mit einem Abendmahl geistlichen Beistand zu gewährleisten, sowie Essen und Wasser mitzubringen.

Pfarrer Ringo Effenberger könnte an der Tür mit dem Betreiber reden. Darüberhinaus wurde ein Besuch nicht genehmigt. Nach einer kurzen Pressekonferenz der Unterstützer, entschied sich Pfarrer Ringo Effenberger ein Abendmahl mit Flüchtlingen und Unterstützern vor die Sperrzone zu feiern.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Polizei verweigert Presse und Anwälten Zugang in die Sperrzone Gürtelstraße

Florian Boillot

Am zweiten Tag der Dachbesetzung durch Refugees verweigert die Polizei der Presse und den Anwälten der Refugees den Zugang in die Sperrzone vor dem ehemaligen Hostel Georghof in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain. Einwohner werden nach Ausweiskontrollen am Grenzübergang von der Polizei bis zu ihrer Haustür begleitet.

Kurz vor 19:00 Uhr stellte die Polizei Strom und Wasser im Unterkunft ab.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Erster Tag der Dachbesetzung des Hostels in der Gürtelstraße durch Refugees

Florian Boillot

Nach dem Wortbruch des Senats müssen über 100 Flüchtlinge ihre Unterkünfte verlassen, die sie im Zuge des Abkommens zur Beendigung des Protestcamps auf dem Oranienplatz erhalten haben. In dem ehemaligen Hostel Georghof in der Gürtelstr. in Berlin Friedrichshain leben 68 Betroffene.

Am Abend zuvor verließen 20 Leute „freiwillig“ das Hostel. Kurz vor acht Uhr steht ein große Menge an Polizei im ganzen Kiez und nach Verhandlungen verlassen weitere Geflüchtete „freiwillig“ das Hostel. Dieses gibt ein Ultimatum bis 15:00 Uhr, um sein Hausrecht in Anspruch zu nehmen. Etwa um 13:00 Uhr steigen einige Flüchtlinge auf das Dach und drohen zu springen. Ab 14:00 Uhr sind Polizei, Sanitäter und Feuerwehr vor Ort. Ab 15:00 Uhr errichtet die Polizei, wie bereits in der Ohlauer Straße, eine Sperrzone.

Unterstützer werden dieser verwiesen. Nach und nach wird die Sperrzone aufgebaut und erweitert. Einwohner werden bis zu ihrer Haustür von der Polizei begleitet. Auf dem Dach rufen einige Flüchtlinge: „We love Berlin“ und haltend abei eine Deutschlandfahne in der Hand. Die Mitglieder des Abgeordnetenhauses Canan Bayram (Grüne) und Hakan Tas (Die Linke) werden in das Hostel gelassen. Nach Stunden der Wartezeit bekommen sie aber kein Zugang zum Dach: Es finden keine Verhandlungen statt.

Um 21:40 Uhr endet eine Demonstration unter dem Motto „Bleiberecht für alle“ mit mehreren hundert Teilnehmern vor der Belagerung.

Bildmaterial von Florian Boillot und Björn Kietzmann.

Camp hungerstreikender Refugees von Polizei geräumt

Thorsten Strasas

Am zweiten Tag des Hungerstreiks von Refugees aus mehreren Ländern am Brandenburger Tor räumte die Polizei das Camp. Dabei wurden die Refugees und einige Unterstützer festgenommen.

Zuvor hatte die Polizei eine Verlängerung der Genehmigung der Kundgebung auf der östlichen Seite des Brandenburger Tores mit Hinweis auf eine stattfindene Veranstaltung abgelehnt und als Alternative den westlichen Vorplatz des Tores angeboten. Dies wurde von den Flüchtlingen abgelehnt. Kurz danach erfolgte gegen 15:30 Uhr die Räumung. Die Habseligkeiten der Refugees wurde auf einen Polizei-LKW geladen. Die Polizei war mit rund 200 Beamten im Einsatz.

Bildmaterial von Florian Boillot, Björn Kietzmann, Andrea Linss, Johann Stemmler und Thorsten Strasas.

 

Nach und nach werden die Refugees und Unterstützer von der Polizei entlassen und von den Freunden und Mitstreitern willkommen geheißen.

Bildmaterial von Andrea Linss.

Refugees besetzen den Berliner Fernsehturm

Andrea Linss

Rund 40 Refugees haben den Berliner Fernsehturm vorübergehend besetzt, um auf ihre katastrophale Lage und das inhumane deutsche und europäische Asylrecht aufmerksam zu machen.

Den Berichten zufolge stammten die beteiligten Refugees hauptsächlich aus Nürnberg und waren dort bereits an der vorübergehenden Besetzung des Bundesamtes für Migration beteiligt.

Nach Verhandlungen u.a. mit den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses Fabio Reinhardt (Piraten) und Hakan Taş (Linke) verließen die Refugees den Fernsehturm. Da jedoch durch die Betriebergesellschaft, einem Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, Anzeigen wegen Hausfriedensbruches vorlagen, nahm die Polizei die Personalien der Refugees auf.

Laut Polizei verlief der Abzug friedlich, Refugees berichteten hingegen davon, von Polizisten geschlagen worden zu sein. Ein Video zeigt einen ersten Räumungsversuch der Polizei: Video.

Bildmaterial von Andrea Linss.

Einigung zwischen Bezirksamt und Refugees am neunten Tag führt zu Beendigung der Belagerung

Thorsten Strasas

Am nunmehr neunten Tag des Ausnahmezustandes in Kreuzberg kommt Bewegung in die verfahrene Situation um die Gerhart-Hauptmann-Schule.

Unter beharrlicher Vermittlung von Anwälten und den Abgeordneten Canan Bayram (Grüne), Hakan Taş (Linke) und des Mitglied des Budnestages Hans Christian Ströbele (Grüne) gelingt es, das Bezirksamt und die Geflüchteten zu einem Kompromiss zu bewegen. Die genauen Bedingungen und deren Umsetzung bleiben zunächst unklar. Sicher ist, dass das Bezirksamt das Räumungsersuchen zurücknimmt, die verbliebenen Flüchtlinge zunächst in der Schule verbleiben, die Polizei weitgehend abgezogen wird und die Geflüchteten das Dach verlassen.

Trotz weiterhin vieler offener Fragen, herrschte zunächst bei allen Beteiligten große Erleichterung über die Entspannung der dramatischen Situation.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit, Oliver Feldhaus, Andrea Linss und Thorsten Strasas.

Anhaltende Belagerung und Widerstand in Kreuzberg auch am achten Tag

Oliver Feldhaus

Auch am achten Tag der Belagerung von Teilen Kreuzbergs durch Polizeistreikräfte auf Anordnung des Bezirksamtes Kreuzberg-Friedrichshain hatte sich noch nichts an der Situation in und um die Gerhart-Hauptmann-Schule im Vergleich zu den Vortagen getan.

Weiterhin ist das Gebiet um die Schule von einem starken Polizeiaufgebot abgeriegelt. Immer wieder geht die Polizei zum Teil gewalttätig gegen den zunehmenden Widerstand der Anwohnenden und Unterstützern der Geflüchteten vor. Die Menschen fordern ein Ende der Polizeigewalt!

Gegen Mittag stellt der Baustadtrat Panhoff (Bündnis90/Die Grünen) nach Ablauf des Ultimatums durch Polizeipräsident Klaus Kandt ein Räumungsersuchen für die Gerhart-Hauptmann-Schule bei der Berliner Polizei. Gleichzeitig will der Pressesprecher des Bezirksamtes davon nichts wissen, Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (ebenfalls Bündnis90/Die Grünen) schweigt. Es herrscht offenkundig Chaos im Bezirksamt.

Die Polizei verkündet, das Räumungsersuchen prüfen zu wollen, schließt aber eine Räumung noch am Dienstag aus.

Bildmaterial von Oliver Feldhaus und Andrea Linss.

Anwohner durchbrechen die Absperrungen in Kreuzberg und solidarisieren sich mit den Refugees

Oliver Feldhaus

Am siebten Tag der Belagerung der Gerhart-Hauptmann-Schule durch ein enormes Polizeiaufgebot bricht sich der Zorn der Anwohnenden über die Blockade ihrer Straßen durch die Polizei Bahn.

Nach einer Einwohnerversammlung überwinden die Anwohnenden die gesicherten Polizeiabsperrungen und erobern sich sich ihren Straßen zurück. In einem spontanen Demonstrationszug ziehen die Menschen vor das Tor der Schule und zeigen ihre Solidarität mit den Geflüchteten, die auf dem Dach der Schule ausharren. Auch in den nächsten Tagen demonstrieren die Anwohner in der Ohlauer-, Reichenberger- und Lausitzerstraße mit Transparenten aus ihren Fenstern und vielfältigen Aktionen gegen Polizeigewalt, gegen die Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit, Kontrollen und Schikanen durch die Polizei und für die Forderungen der Flüchtlinge auf Bleiberecht.

Am Abend platzt Polizeipräsident Klaus Kandt der Kragen und die Polizei stellt dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg ein Ultimatum bis zum Morgen des nächsten Tages, zu entscheiden, wie es mit der Gerhart-Hauptmann-Schule weitergehen soll. Für den Fall, dass keine Räumung angestrebt wird, wird die Polizei ihren Einsatz beenden.

Bildmaterial von Oliver Feldhaus und Andrea Linss.

Eindrücke und Bilder vom zweiten Tag der beabsichtigten Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule

Oliver Feldhaus

Das Gelände rund um die Schule wurde von einem Großaufgebot von Polizeibeamten aus Berlin und anderen Bundesländern weiträumig abgeriegelt. Von Polizei und Bezirksamt wurde der Presse der Zugang zum Gelände strikt verwehrt. Die eigene Anschauung der Situation in und auf dem Dach der Schule wurde ebenso unterbunden, wie ein direktes Gespräch mit den Geflüchteten selbst. Um die Öffentlichkeit dennoch über die Lage und Forderungen zu informieren, improvisierten die Geflüchteten und die versammelte Presse eine Pressekonferenz über Skype, die in einer nahegelegenen Bäckerei durchgeführt wurde.

Aus Protest, dass sich die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann bisher nicht zu den Vorgängen geäußert hatte, besetzten etwa 30 Menschen kurzzeitig die Räume vor dem Büro der Bürgermeisterin im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Die Behörde rief die Polizei und drohte, die Besetzer räumen zu lassen. Nachdem vom Bezirksamt zugesagt wurde, dass die Bürgermeisterin sich persönlich in die Gespräche mit den Flüchtlingen einschalten werde, verließen die Besetzer friedlich das Bezirksamt.

Bildmaterial von Oliver Feldhaus.

Erster Tag der Räumung der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule

Andrea Linss

Nachdem der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg Hans Panhoff (Grüne) überaus sensibel und passend ausgerechnet zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni den Refugees in der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg die Räumung in den nächsten Tagen ankündigte, begann diese am Vormittag des 24. Juni mit einem Großaufgebot von rund 900 Polizisten aus dem ganzen Bundesgebiet.

Dabei führten Einsatzhundertschaften aus Thüringen auch Maschinenpistolen mit sich, ein bis dahin recht einmaliges Ereignis bei solchen Einsätzen.

Während sich rund 200 Menschen dem Druck der Polizeistreitkräfte beugten und mittels bereit gestellten Bussen auf verschiedene Heime verteilt wurden, flüchtete ein Teil der Refugees auf das Dach der Schule und harrte dort aus.

Bildmaterial von Oliver Feldhaus, Björn Kietzmann und Andrea Linss.

 

 

 

Gedächtnis-Kirche setzt hungerstreikende Refugees vor die Tür

Florian Boillot

Das Entsetzen und die Verzweiflung stand den elf Männern ins Gesicht geschrieben, als nach einem mehrstündigen Gespräch vom Küster der Gemeinde der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche vor die Tür gewiesen wurden.

Bei der Gemeinde der Gedächtniskirche hatten die elf Refugees um Schutz, Unterstützung und Kirchenasyl gebeten, nachdem sich ihr Hunger- und Durstreik am Alexanderplatz bereits lebensbedrohlich zugespitzt hatte und dennoch keinerlei Reaktionen von politisch Verantwortlichen erfolgt waren. In dieser Kirche hat es im Dezember ein Solidaritätskonzert für die Refugees gegeben.

Doch auch Pfarrer Martin Germer und weitere VertreterInnen der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche lehnten die Bitten nach Kirchenasyl ab, da man sich nicht in der Verantwortung sehe, einen humanitären Schutz zu gewährleisten, heißt es in einer Presseerklärung der Unterstützer der Refugees.

Der Pfarrer habe ihnen mit der Polizei gedroht, wenn man das Kirchengebäude nicht verlasse, erklärten die Flüchtlinge auf einer spontanen Pressekonferenz. Einer der Flüchtlinge sagte:

„Was mich am meisten erstaunt ist, dass uns gerade die Kirche ablehnt, denn ich bin ein gläubiger Mensch und ich dachte, die Kirche ist für alle Menschen auf der Welt da.“

Die Flüchtlinge beschlossen, vor Ort im Freien vor den Toren der Kirche ihren Protest fortzuführen, bis Verantwortliche aus der Politik mit ihnen Gespräche aufnehmen. Über die Polizei ließ die Gemeinde den Refugees mitteilen, dass die Gemeinde den Protest der Flüchtlinge vor den Kirchentüren vorerst dulde, sofern keine Schlafsäcke benutzt und Zelte aufgebaut würden.

Bildmaterial von Florian Boillot und Oliver Feldhaus.