Erster Tag der Dachbesetzung des Hostels in der Gürtelstraße durch Refugees

Florian Boillot

Nach dem Wortbruch des Senats müssen über 100 Flüchtlinge ihre Unterkünfte verlassen, die sie im Zuge des Abkommens zur Beendigung des Protestcamps auf dem Oranienplatz erhalten haben. In dem ehemaligen Hostel Georghof in der Gürtelstr. in Berlin Friedrichshain leben 68 Betroffene.

Am Abend zuvor verließen 20 Leute „freiwillig“ das Hostel. Kurz vor acht Uhr steht ein große Menge an Polizei im ganzen Kiez und nach Verhandlungen verlassen weitere Geflüchtete „freiwillig“ das Hostel. Dieses gibt ein Ultimatum bis 15:00 Uhr, um sein Hausrecht in Anspruch zu nehmen. Etwa um 13:00 Uhr steigen einige Flüchtlinge auf das Dach und drohen zu springen. Ab 14:00 Uhr sind Polizei, Sanitäter und Feuerwehr vor Ort. Ab 15:00 Uhr errichtet die Polizei, wie bereits in der Ohlauer Straße, eine Sperrzone.

Unterstützer werden dieser verwiesen. Nach und nach wird die Sperrzone aufgebaut und erweitert. Einwohner werden bis zu ihrer Haustür von der Polizei begleitet. Auf dem Dach rufen einige Flüchtlinge: „We love Berlin“ und haltend abei eine Deutschlandfahne in der Hand. Die Mitglieder des Abgeordnetenhauses Canan Bayram (Grüne) und Hakan Tas (Die Linke) werden in das Hostel gelassen. Nach Stunden der Wartezeit bekommen sie aber kein Zugang zum Dach: Es finden keine Verhandlungen statt.

Um 21:40 Uhr endet eine Demonstration unter dem Motto „Bleiberecht für alle“ mit mehreren hundert Teilnehmern vor der Belagerung.

Bildmaterial von Florian Boillot und Björn Kietzmann.

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