Die Toten kommen: Muslimische Bestattung in Berlin Gatow

Florian Boillot

Das Künstlerkollektiv „Zentrum für Politische Schönheit“ protestiert mit seiner jüngsten, aufsehenerregenden Aktion gegen den unmenschlichen Umgang mit den Toten der europäischen Abschottungspolitik hin. Jene, die zu Opfern der militärischen Abschottungspolitik der EU werden, werden in Massengräbern verscharrt oder bisweilen über Monate hinweg in Kühlhallen gelagert. Eine Information der Angehörigen oder der Heimatländer geschieht in der Regel nicht.

Unter der Überschrift „Die Toten kommen“ haben die Aktivisten mit Einverständnis und unter Beteiligung von Angehörigen die verscharrten Leichname toter Geflüchteter exhumiert und bringen diese nach Berlin.

„Es ist der wahrgewordene Alptraum der deutschen Bundesregierung: In den kommenden Tagen werden Menschen, die auf dem Weg in ein neues Leben an den Außengrenzen der Europäischen Union ertrunken oder verdurstet sind, nach Berlin kommen. Es geht um die Sprengung der Abschottung des europäischen Mitgefühls.“
Zentrum für Politische Schönheit.

Die ersten beiden Toten, eine 34jährige Frau aus Syrien und ihr Kind, wurden in Sizilien exhumiert und in Berlin Gatow beigesetzt. Die Trauerfeier geschah unter Beteiligung eines Imams der bewegende Worte fand.

„So wie diese Menschen im Mittelmeer versinken, versinken wir damit in Ungerechtigkeit.“
Imam Abdullah Hajjir.

Die Stühle der geladenen Gäste aus den Reihen der politisch Verantwortlichen blieben leer.

Bildmaterial von Florian Boillot und Björn Kietzmann.

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