Demonstration am “Tag X” für die Refugees der Gürtelstraße

Christina Palitzsch

Demonstration am “Tag X” für die Refugees der Gürtelstraße nach deren Verlassen des Daches am Sonntag. Diese hatten sich auf dem Dach des Flüchtlingslagers verbarrikadiert, nachdem das von Senatorin Dilek Kolat unterzeichnete Oplatz-Agreement vom Senat gebrochen wurde und die Geflüchteten von heute auf morgen aus der Stadt verschwinden sollten.

Nach zwölf Tagen ohne Außenkontakt berichten die geflüchteten Männer aus dem Niger von ihren Erfahrungen: das überbrachte Essen verzehrten die Polizisten vor ihren Augen selbst und gaben ihnen als Gruppe anfangs überhaupt kein Wasser, schließlich nur 1,5 Liter pro Tag für zehn Menschen. Einem kranken Mann wurden Medikamente und der Besuch seines Arztes verwehrt.

Die Demonstration am Tag nach dem Verlassen des Daches, richtete sich gegen deutsche, rassistische Gesetzgebung wie Flüchtlingslager, Arbeitsverbote und die Residenzpflicht,  zudem gegen Frontex und das gesamteuropäische Abwehrsystem gegen Geflüchteten.

Die Demonstration spaltete sich bereits am Anfang und die Polizei scheiterte daran, neben dem vorderen Demozug, die anderen lautstark durch Friedrichshain ziehenden Gruppen unter Kontrolle zu bringen. Schließlich wurde der gesamte Kiez mit den Forderungen und Parolen beschallt, die Stimmung war offensiv, energisch und fordernd. Am Schluß kam es zu mindestens einer Festnahme und  vereinzelt Pfeffersprayeinsatz.

Bildmaterial von Florian Boillot und Christina Palitzsch.

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