Refugees.


Willkommensfest für Flüchtlinge im sächsischen Heidenau

Christian Mang

Nachdem Polizei und politisch Verantwortliche vergeblich versucht hatten, ein Wilkommensfest für Flüchtlinge mit dem Argument des polizeilichen Notstands zu verbieten, wurde dieses von hunderten Menschen begangen.

Für die Flüchtlinge waren Kleidungs- und Sachspenden nach Heidenau gebracht worden, die in Berlin, Dresden und anderswo gesammelt wurden.

Zahlreiche Polizeikräfte waren zum Schutz des Festes im Einsatz.

Bildmaterial von Christian Ditsch und Christan Mang.

Hilfe von Bürgern vor dem LaGeSo mindert die Auswirkungen des Versagens des Senates

Björn Kietzmann

In Folge des Versagens der Leitung des für die Unterbringung Gefüchteter zuständigen Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) und des zuständigen Senators Maria Czaja (CDU) mussten Geflüchtete bei bis zu 38 Grad in endlosen Warteschlangen vor der Erstregistrierung verbringen. Die sich bereits seit Monaten ankündigende und nunmehr vollends zu Tage tretende Unfähigkeit und Unwillen von Behördenleitung und Senat zu einem humanitäten Umgang mit den Geflüchteten erreichte einen Höhepunkt der Unmenschlichkeit. Es gab weder ausreichend Wasser vor Ort, noch eine gesundheitliche Versorgung der teilweise verletzten Geflüchteten. Auch eine Bereitstellung von Nahrungsmitteln gab es seitens offizieller Stellen nicht.

Stattdessen ließ es sich die Berliner Polizei nicht nehmen, gegenüber z.T. traumatisierten Geflüchteten aus Kriegsgebieten in voller Kampfmontur aufzutreten und auch Pfefferspray einzusetzen, welches nach Augenzeugenberichten auch mindestens ein Kind traf. Vertreter der Presse wurden von der Polizei in mind. einem Fall festgenommen, während in einem weiteren Fall die Speicherkarte der Kamera eines anderen Journalisten vom Sicherheitsdienst des LaGeSo entwendet wurde.

Dank des massiven, ehrenamtlichen Engagements vieler Bürger, insbesondere auch von „Moabit hilft“ konnte die unerträgliche Situation der Geflüchteten teilweise gemindert werden. Oftmals gegen den Willen der LaGeSo-Leitung.

Auch in eillig eingerichteten Notunterkünften in Karlshorst und Wilmersdorf wird der Großteil der Hilfe für die Geflüchteten von freiwilligen Helfern organisiert.

Das Verhalten der offiziellen Stellen hat inzwischen dazu geführt, dass sich „Moabit hilft“ am 14.08.2015 aus der Koordination der Hilfe zurückgezogen hat (Pressemitteilung [pdf]). Der Hilfsverein spricht von „Suizidversuchen, Totgeburt, Knochenbrüchen, unbehandelte schwere Kriegsverletzungen“und davon, dass eine „Professionalisierung der Hilfsmaßnahmen […] vorsätzlich verhindert“ wird.

Ärzte warnen vor einer humanitären Katatrophe.

 

Bildmaterial chronologisch aufgelistet:

05.08.2015: Oliver Feldhaus

07.08.2015: Florian Boillot, Björn Kietzmann, Christian Mang

10.08.2015: Björn Kietzmann, Christian Mang

11.08.2015: Börn Kietzmann

14.08.2015: Notunterkunft in Wilmersdorf: Florian Boillot, Christian Mang

17.08.2015: Christian Mang

20.08.2015: Yusuf Beyazit

 

 

Innenminister de Maiziere und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke besuchen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt

Christian Ditsch

Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Brandeburgs (CDU) Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) besuchen die Zentrale Ausländerbehörde und BAMF-Außenstelle in Eisenhüttenstadt (Brandenburg).

Sie lassen sich von Mitarbeitern die Situation in der Einrichtung zeigen und erklären, sprechen mit Flüchtlingen und besichtigen das auf dem Gelände befindliche Abschiebegefängnis.
Der Besuch des Bundesinnenministers und des Ministerpräsidenten wurde von etwa 40 Journalisten begleitet.

Bildmaterial von Christian Ditsch.

Unterbringung von Geflüchteten im Erstaufnahmelager in Eisenhüttenstadt

Christian Ditsch

Erstaufnahmelager des Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Eisenhüttenstadt.
Mehrere hundert Maenner die aus dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen sind, wurden in im brandenburgischen Eisehüttenstadt einem vom DRK aus Zelten errichteten Erstaufnahmelager untergebracht. Andere Unterkünfte werden den Buergerkriegsflüchtlingen vorerst nicht zu Verfuegung gestellt. Sie schlafen auf Feldbetten in Zelten, deren Böden mit Holzplatten ausgelegt wurden.
Die DRK-Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich in dem Flüchtlingslager, das sich auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne der Bundespolizei befindet. Sie organisieren die Verpflegung sowie medizinische Hilfe. Von der Bevölkerung aus der Umgebung haben die Menschen im Lager Kleidungs- und Sachspenden bekommen.

Bildmaterial von Florian Boillot (DRK-Zeltstadt, Erstaufnahme, Abschiebehaft) und  Christian Ditsch.

Stellungnahme zur Nutzung von unserem Bildmaterial

Wir, die PiS freuen uns über die Ausstellung unter dem Titel „We will rise“.

Wir begleiten solidarisch jede/r für sich zum Teil seit 20 Jahren Flüchtlingsproteste in der BRD und als Gruppe seit nunmehr rund drei Jahren die aktuellen Refugee Proteste.

Zur Entstehung der Ausstellung „We will rise“ müssen wir jedoch leider feststellen, dass es mit uns als PiS oder den einzelnen FotografInnen keinerlei konstruktive Zusammenarbeit gab. Vielmehr hat man sich ungefragt an unserer Arbeit, die öffentlich dokumentiert im Internet zu sehen ist, bedient, als seien Portfolios von FotografInnen Selbstbedienungsläden, in denen geleistete Arbeit kostenlos und ungefragt zu haben ist. Offensichtlich wurden erst nach Fertigstellung der Konzeption und wenige Tage vor Veröffentlichung der Ausstellung lediglich einzelne PiS Fotografen angefragt, ob sie Bilder in besserer Druckqualität senden könnten.

Bei aller Solidarität mit den Geflüchteten, ein nicht unerheblicher Teil der „Photographers in Solidarity“ lebt von der Arbeit als FotografIn und unsere Solidarität ist nur möglich, wenn die Entlohnung unserer Arbeit das Grundprinzip darstellt, von dem nur nach konkreter Zustimmung abgewichen wird. In diesem Sinne ist Solidarität keine Einbahnstraße und es sollte der Respekt vor der Arbeit anderer selbstverständlich sein.

Zudem sollte Kritik, die in diesem Fall schon im Vorfeld der Ausstellung zu dem Buch-/Broschüren-Projekt „Movement Magazine“ geäußert wurde, ernst genommen werden. Dies ist jedoch nie geschehen. Somit hinterlässt die Umgehensweise mit uns und unserer Arbeit einen mehr als schlechten Beigeschmack.
Wir bitten daher nochmals nachdrücklich darum, dass zukünftig vor Verwendung und Veröffentlichung von Bildmaterial bei den einzelnen Fotograf*innen unter konkreter Nennung des gewünschten Materials um Erlaubnis zur Nutzung angefragt wird. Zudem möchten wir auch darauf hinweisen, dass insbesondere bei Projekten, an denen auch zahlungskräftige Partner und/oder Sponsoren beteiligt sind oder bei Veröffentlichungen gegen Entgelt, von einer Honorierung der Nutzung von Bildmaterial ausgegangen werden muss.

Bevor ein weiterer solidarischer Umgang mit der Arbeit der FotografInnen nicht in irgendeiner Art und Weise vereinbart ist, ist jegliche weitere Verwendung der Fotos ausserhalb der Ausstellung nicht erwünscht.

Aus Solidarität mit den geflüchteten Menschen und deren Anliegen: Wir wünschen den Menschen um die es in der Ausstellung geht, dass ihnen diese die notwendige Aufmerksamkeit gebracht hat!

FotografInnen der Photographers in Solidarity, August 2015

Das Rote Kreuz eröffnet Zeltstadt zur Unterbringung Geflüchteter in Dresden

Björn Kietzmann

Das Deutsche Rote Kreuz hat eine Zeltstadt zur Unterbringung Geflüchteter in Dresden eröffnet. Rund 1.100 Menschen sollen die Zelte Platz bieten nachdem sich Sachsen außer Stande sah, angemessene Unterkünfte zu organisieren. In Dresden finden seit Monaten die fremdenfeindlichen Pegida-Aufmärsche statt. Bereits während des Aufbaus der Zelte kam es zu rechtextremen Kundgebungen vor der Zeltstadt, Mitarbeiter des Roten Kreuzes wurden angegriffen.

Es wurden jedoch auch viele Spenden von Anwohnern für die Geflüchteten abgegeben.

Die ersten Geflüchteten erreichen nachts die Zeltstadt.

Bildmaterial von Florian Boillot (Zeltstadt, nächtliche Eindrücke) und Björn Kietzmann.

 

Refugee Protest Camp in Chemnitz

Florian Boillot

Am 22. Juli haben rund 25 Refugees ein Protest Camp vor der Ausländerbehörde in Chemnitz eingerichtet. Dieses ist zunächst bis zum 29. Juli genehmigt.

Die Forderungen der Refugees bestehen in einer schnelleren Bearbeitung ihrer Asylanträge. Einige warten bereits seit zehn Monaten ohne jede Auskunft.

Bildmaterial von Florian Boillot.

 

Die Toten kommen: Muslimische Bestattung in Berlin Gatow

Florian Boillot

Das Künstlerkollektiv „Zentrum für Politische Schönheit“ protestiert mit seiner jüngsten, aufsehenerregenden Aktion gegen den unmenschlichen Umgang mit den Toten der europäischen Abschottungspolitik hin. Jene, die zu Opfern der militärischen Abschottungspolitik der EU werden, werden in Massengräbern verscharrt oder bisweilen über Monate hinweg in Kühlhallen gelagert. Eine Information der Angehörigen oder der Heimatländer geschieht in der Regel nicht.

Unter der Überschrift „Die Toten kommen“ haben die Aktivisten mit Einverständnis und unter Beteiligung von Angehörigen die verscharrten Leichname toter Geflüchteter exhumiert und bringen diese nach Berlin.

„Es ist der wahrgewordene Alptraum der deutschen Bundesregierung: In den kommenden Tagen werden Menschen, die auf dem Weg in ein neues Leben an den Außengrenzen der Europäischen Union ertrunken oder verdurstet sind, nach Berlin kommen. Es geht um die Sprengung der Abschottung des europäischen Mitgefühls.“
Zentrum für Politische Schönheit.

Die ersten beiden Toten, eine 34jährige Frau aus Syrien und ihr Kind, wurden in Sizilien exhumiert und in Berlin Gatow beigesetzt. Die Trauerfeier geschah unter Beteiligung eines Imams der bewegende Worte fand.

„So wie diese Menschen im Mittelmeer versinken, versinken wir damit in Ungerechtigkeit.“
Imam Abdullah Hajjir.

Die Stühle der geladenen Gäste aus den Reihen der politisch Verantwortlichen blieben leer.

Bildmaterial von Florian Boillot und Björn Kietzmann.

Refugees protestieren am Flughafen Tegel in Berlin gegen Abschiebungen

Andrea Linss

Mehrere Refugees und Unterstützer protestieren vor dem Gebäude des Flughafen Tegels gegen Abschiebungen und das unmenschliche Asylsystem der EU und Deutschlands.

Bildmaterial von Andrea Linss.

Demonstration in Berlin gegen die Verschärfung des Asylrechts

Yusuf Beyazit

Unter dem Motto „Flucht ist kein Verbrechen“ demonstrieren Menschen in Berlin Neukölln und Kreuzberg gegen die durch die Bundesregierung geplante Verschärfung des Asylrechts in Deutschland.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit.

Refugee Demonstration „Wir sind noch hier“

Oliver Feldhaus

Protestaktion von sog. Lampedusa-Flüchtlingen vor der Innenverwaltung Berlin. Die Refugees werden seit dem Verlassen des Oranienplatzes vor mehr als einem Jahr vom Berliner Senat trotz Zusagen und Vereinbarungen vollkommen im Stich gelassen .

Ohne die engagierte Unterstützung und Hilfe einiger evangelicher Kirchenkreise wäre das Überleben dieser Flüchtlingsgruppe in Berlin überhaupt nicht mehr möglich. Da sich aber auch die evangelische Kirche in Berlin vom Senat getäuscht und am Rande ihrer Möglichkeiten sieht, hat sie die Protestaktion der Refugees unterstützt und mitgetragen. Der Evangelische Kirchenkreis Stadtmitte führte mit den Refugees eine nunmehr fünftägige Mahnwache durch.

Während dieser Zeit wurde eine Arche gebaut, die nun durch die Straßen gezogen wurde.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit und Oliver Feldhaus.

Refugees führen Theaterstück im Rahmen der Mahnwache „Wir sind noch hier“ auf

Yusuf Beyazit

Im Rahmen der Mahnwache „Wir sind noch hier“, die von Refugees und dem evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte gemeinsam abgehalten wird, führen die Geflüchteten ein Theaterstück auf, welches ihre Situation thematisiert.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit.

Gedenken in Berlin für die im Mittelmeer umgekommenen Refugees

Florian Boillot

Die Organisation „Gemeinsam für Afrika“ veranstaltet am Brandenburger Tor in Berlins Mitte eine Gedenkkundgebung für den „Unbekannten Flüchtling“.

Plastiksäcke, wie sie zur Bergung von Toten verwendet werden symbolisieren dabei die Gestorbenen. Die Organisation fordert ein Umdenken in der Asylpolitik.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Evangelischer Kirchenkreis hält mit Refugees eine Mahnwache in Berlin ab

Yusuf Beyazit

Der Evangelische Kirchenkreis Berlin Stadtmitte hält zusammen mit Refugees eine fünftägige Mahnwache unter dem Motto „Wir sind noch hier!“ nahe des Sitzes des Berliner Innensenators Frank Henkel (CDU) ab. Während dieser Zeit soll eine symbolische Arche gebaut werden:

Als Erinnerung an die auf der Flucht Ertrunkenen und Gestorbenen
Als Zeichen für die Geretteten Als Symbol für die Möglichkeit von Überleben und Leben
Als Mahnung an uns alle

Hintergrund ist, dass der Evangelische Kirchenkreis Berlin Stadtmitte „in Kooperation mit zahlreichen Kirchengemeinden aus ganz Berlin, weiteren Unterstützern und mit Hilfe vieler Spender […] seit September 2014 Notunterkünfte, Verpflegung, Monatskarten, Deutschkurse und medizinische Versorgung für inzwischen mehr als 100 Flüchtlinge“ organisiert. Der Kirchenkreis kritisiert, dass seit Monaten eine politische Lösung für die Refugees, die vorher zum größten Teil auf dem Protestcamp am Oranienplatz lebten, nicht in Sicht sei.

Wir können die Untätigkeit des Senats nicht länger hinnehmen. Die Geduld ist erschöpft – sowohl unsere als auch die der Flüchtlinge“
Silke Radosh-Hinder, stellv. Superintendentin im Kirchenkreis Berlin Stadtmitte#

Die Mahnwache soll die Weigerung des Senats tätig zu werden, wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken.

Während der Mahnwache werden auch Lesungen und Andachten stattfinden, sowie Künstler auftreten.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit.

 

US- Bürgerrechtlerin Angela Davis besucht Refugees der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin

Oliver Feldhaus

Nachdem der US-Bürgerrechtlerin Angela Davis der Zutritt zur von Refugees besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule durch das von Grünen geführte Bezirksamt Kreuzberg-Friedrichshain verboten wurde, trafen sich Refugees und die seit Jahrzehnten aktive Kämpferin für Rechte von Minderheiten außerhalb der Schule. Refugees erläutern dort der US-Bürgerrechtlerin ihre Situation. Zuvor hatte bereits ein längeres intensives Gespräch über weitere Strategien der Refugeebewegung in einem nahegelegenen Lokal stattgefunden.

Bildmaterial von Florian Boillot, Christian Ditsch und Oliver Feldhaus.