Zeittafel 2013.

Unabhängig vom jeweiligen Ort oder Zeitpunkt, von der Aktionsform oder dem aktuellen Anlass werden wir unsere Proteste dahin tragen, wo wir es für notwendig halten, selbstbestimmt und emanzipiert, mit oder ohne Pass.

Erklärung der Refugees am 09.12.2012.

Die wichtigsten Ereignisse der Refugee Proteste in Berlin.

Datum Ereignis
März 2013 Einige Refugees gehen auf eine bundesweite Bus Tour, um in Flüchtlingsheimen über ihre Proteste zuinformieren und für die „Refugees’ Revolution Demo“ zu mobilisieren. Während der Bus Tour kommt es immer wieder zu Übergriffen durch die Polizei.
23.03.2013 Mehrere tausend Menschen protestieren in Berlin auf der „Refugees‘ Revolution Demo“ gegen die inhumane, deutsche Asylpolitik.
15.04.2013 Die Refugees ziehen mit einer Demonstration vom Refugee Protest Camp am Oranienplatz zum Abgeordnetenhaus und setzen mit Hilfe des Piraten Fabio Reinhardt die Teilnahme an einer Sitzung des Innenausschusses durch.
03.06.2013 Die schon länger geplante Demonstration vor der “Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber” in Brandenburg bekommt traurigerweise eine bedrückende Aktualität, nachdem sich nur weniger Tage zuvor der Flüchtling Juma A. in genau jener Einrichtung das Leben nahm. Während der Kundgebung vor dem Abschiebegefängnis kommt es zu Beifall aus den Zellen und wird zudem das Eingangstor beschädigt. Die Polizei greift mit Pfefferspray ein. An der anschließenden Demonstration beteiligen sich rund 250 Menschen.Im Juli wird an der Zentralen Aufnahmestelle auch ein mehrtägiges Protest Camp aufgebaut, sowie ein Kinderfest veranstaltet.
12.-15.06.2013 Die Refugees veranstalten ein Tribunal gegen Deutschland unter dem Motto „Wir klagen an!“, auf dem die inhumane Asylpolitik ebenso thematisiert wird, wie der Alltagsrassismus, das Wegschauen der Behörden und systematischen Vertuschung bei den NSU-Morden bis hin zu der kolonialen Vergangenheit.zum Abschluss gibt es eine Demonstration.
18.06.2013 An dem Runden Tisch zu Klärung der Zukunft des Refugee Protest Camps am Oranienplatz kommt es nur zu einer kleinen Runde, nachdem sich die zuständigen Senatoren und andere Politiker weigern, die Einladung zum Gespräch anzunehmen.Stattdessen kommt es in der Folgezeit insbesondere von Innensenator Henkel (CDU) zu einem eskalierenden Kurs, der die Auflösung des Camps zum Ziel hat.

 

Refugees demonstrieren in Berlin in Gedenken an die Opfer von Lampedusa

© Thorsten Strasas, Gedenken an die Toten vor Lampedusa.

Christian Ditsch

© Christian Ditsch, Trockener Hungerstreik am Pariser Platz.

Johann Stemmler

© Johann Stemmler, Demo für das Camp am Oranienplatz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

09.10.2013 Erneut treten Refugees am Brandenburger Tor in den Hungerstreik. Dabei verweigern fast genau ein Jahr nach dem ersten Hungerstreik in Berlin rund 24 Menschen die Nahrung.
10.10.2013 Als Reaktion auf die fast 300 Toten vor Lampedusa besetzen Refugees vorübergehend die Vertretung der Europäischen Kommission am Pariser Platz und ziehen dann mit einer Demonstration zum Bundeskanzleramt.
15.10.2013 Die hungerstreikenden Refugees am Brandenburger Tor verschärfen ihren Kampf und treten nun in einen trockenen Hungerstreik ein, verweigern also auch die Aufnahme von Flüssigkeit. In den folgenden Tagen kollabieren alle Refugees mehrfach, müssen immer wieder notärztlich versorgt und in Krankenhäusern eingeliefert werden. Die Situation wird immer dramatischer.
19.10.2013 Nachdem im Laufe des Tages wieder mehrere Hungerstreikende ärztlich versorgt werden müssen, einige auch mehrmals, kommt es zum Abend hin zu Verhandlungen mit der Berliner Senatorin für Integration Dilek Kolat (SPD) und dem migrationspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag Rüdiger Veit, Dr. Michael Griesbeck, Vizepräsident des Bundesamtes fuer Migration und Fluechtlinge und Vertretern der ev. Kirche. Es wird vereinbart, dass die Refugees bis Februar 2014 in Berlin bleiben dürfen und ihre Asylanträge wohlwollend geprüft werden. Desweiteren wird die SPD die Forderungen der Refugees, u.a. nach Abschaffung der Residenzpflicht, mit in die Koalitionsverhandlungen zur Bundesregierung mit der CDU nehmen. Daraufhin beenden die Refugees ihren Hungerstreik.
24.11.2013 Für 80 Refugees vom Oranienplatz stellt die Caritas ein ehemaliges Seniorenwohnheim als Winterunterkunft zur Verfügung. Der gleichzeitige Versuch der Bezirksbürgermeisterin von Kreuzberg-Friedrichshain, daraufhin das noch teilweise bewohnte Protest Camp abbauen zu lassen, scheitert am spontanen Widerstand hunderter Unterstützer.
24.11.2013 Während die Boulevard-Presse Innensenator Henkel (CDU) in seinem Kampf gegen das Protest Camp unterstützend gegen das Camp anschreibt, endet eine Demonstration für den Erhalt des Camps spontan im Plenarsaal der gerade stattfindenen Bezirksverordnetenversammlung Kreuzberg-Friedrichshain. Die Plenarsitzung wird fortgesetzt und für die anwesenden Refugees simultan in Englisch übersetzt.
10.12.2013 In der Berliner Gedächtniskirche findet ein hochkarätig besetztes, klassisches Solidaritätskonzert für die Refugees statt.
15.12.2013 Einen Tag vor dem von Innensenator Henkel (CDU) gesetzen Ultimatum an Bezirksbürgermeisterin Hermann (B90/Grüne) zur Räumung des Refugee Protest Camps am Oranienplatz ziehen rund 2.000 Menschen zum Sitz des Innensenators, um für den Verbleib des Camps zu protestieren.Wenig später kassiert der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) das Ultimatum Henkels und beauftragt Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) mit Verhandlungen.

 

Oliver Feldhaus

© Oliver Feldhaus, Solidarität mit Münchener Refugees.

Johann Stemmler

© Johann Stemmler, Demo besucht BVV Kreuzberg.

Oliver Feldhaus

© Oliver Feldhaus, Gegen Abschiebungen in Tegel.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine vollständige Übersicht aller von uns dokumentierten Ereignisse von nunmehr über zwei Jahren der Refugee-Bewegung in Berlin, Brandenburg und darüber hinaus ist hier zu finden: Refugees Proteste Chronologie.