Archiv für November 2015


Sudanesische Geflüchtete besetzten am Donnerstag kurzfristig die Botschaft des Sudan in Berlin

Oliver Feldhaus

Sudanesische Geflüchtete besetzten am Donnerstag kurzfristig die Botschaft des Sudan in Berlin. Mit ihrer Aktion demonstrierten sie gegen das Regime im Sudan und ihre Situation als Geflüchtete in Deutschland. Sie forderten die Aussetzung der Handelsbeziehungen zwischen der Bundesrepublik und dem Sudan, sowie die Schließung der Botschaft und die Anerkennung ihres Asyls.

Seit 2003 starben im sudanesischen Bürgerkrieg huntertausende Menschen und Millionen Menschen sind auf der Flucht. Präsident Omar al-Bashir wird vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit gesucht.

Nach Eintreffen der Polizei verließen die Besetzer friedlich die Botschaft und setzten ihren Protest vor dem Gebäude fort.

In ihrer Erklärung heißt es:

„Wir erheben diese Forderungen, weil wir für einen friedlichen, sicheren und demokratischen Sudan kämpfen.
Aus einem friedlichen, sicheren und demokratischen Sudan müssten wir nicht fliehen.
Mit einem friedlichen, sicheren und demokratischen Sudan müssten wir heute, hier an dieser Stelle auch nicht als Geflüchtete stehen müssen“.

Vollständige Erklärung der Besetzer.

 

Oliver Feldhaus

© Oliver Feldhaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildmaterial von Florian Boillot.

Sprachunterricht für Flüchtlinge bei der Handwerkskammer in Cottbus

Christian Ditsch

In Zusammenarbeit mit dem regionalen Jobcenter, Flüchtlingshilfen und zuständigen Behörden versucht die Handwerkskammer Flüchtlingen eine Perspektive zu schaffen.

Bis zu 20 Flüchtlinge aus Eritrea, Afghanistan, Syrien und Pakistan lernen hier Deutsch und bekommen die Möglichkeit, sich über die außerbetrieblichen Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren oder bei Firmenbesuchen einen Ausbildungsplatz suchen.

Entstanden ist diese Initiative der Handwerkskammer Cottbus aufgrund der geringen Zahl an Auszubildenden. Zu viele junge Menschen verlassen die Region. Dies bereitet den Handwerksbetrieben große Probleme.

Bildmaterial von Christian Ditsch.

Protest von Geflüchteten vor dem LaGeso in Berlin

Florian Boillot

Rund 100 hauptsächlich Afghanen protestieren gegen ihre angebliche Diskriminierung, nach der Araber in den Warteschlangen vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) in Berlin tiergarten bevorzugt werden. Sie warten seit Tagen vor dem LaGeSo.

Die Situation vor der Registrierungsstelle für neuankommende Geflüchtete in Berlin ist seit Monaten menschenunwürdig und kann nur durch den massiven Einsatz von ehrenamtlichen Helfern gelindert werden. Der Berliner Sozialsenator Mario Czaja (CDU) ist nach wie vor wahlweise nicht willens oder nicht in der Lage, daran etwas zu ändern. Zuletzt legte ihm der Regierende Bürgermeister Berlins Michael Müller (SPD) den Rücktritt nahe.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Refugees Support Tour startet von Berlin aus nach Spielfeld

Thorsten Strasas

Fünfzehn Aktivisten haben sich heute von Berlin Lichtenberg aus auf den Weg zunächst an den Grenzübergang Spielfeld zwischen Österreich und Slowenien gemacht, um mit ihrer „Refugees Support Tour“ benötigte Waren wie Zelte, Lebensmittel und sanitären Bedarf zu den wartenden Geflüchteten zu bringen. Neben den fünf Autos voll mit Hilfsgütern wollen sie auch praktisch die Hilfsinfrastruktur vor Ort unterstützen.
Nach Auskunft der Aktivisten auf ihrer Website, wurde seit zwei Wochen mobilisiert und dabei bereits 1.500€ an Spenden gesammelt, zudem hätten sich über 80 Personen gemeldet, die Spenden abgeben oder an der Tour teilnehmen wollten.

Bildmaterial von Thorsten Strasas.

Eindrücke aus dem Refugee Camp Arin Mirxan naha Suruç, Türkei

Christian Ditsch

Eindrücke aus dem Flüchtlingscamp Arin Mirxan, nahe der Ortschaft Suruç im türkischen Grenzgebiet zu Syrien. Hier leben ca. 250 Menschen, die vor dem Krieg des IS gegen die Kurden in dem Kurdengebiet Rojava von Syrien aus in die Türkei geflohen sind.

Bildmaterial von Christian Ditsch.

Eindrücke von der Situation Flüchtender an europäischen Grenzen

Eniola Itohan

Unsere Fotografin Eniola Itohan war an verschiedenen europäischen Grenzen, um dort die Situation der Flüchtenden zu dokumentieren. Die Bilder zeigen das Razkrizje Refugee Camp und das Petišovci Refugee Camp jeweils an der slowenisch-kroatischen Grenze. Zudem zeigt sie Bilder aus dem Zákány Refugee Camp an der ungarisch-kroatischen Grenze und aus dem Hegyeshalom Refugee Camp an der ungarisch-österreichischen Grenze.

Ein Artikel mit ihren Bildern ist bei Ze.tt erschienen: Fotoserie: Flüchtlinge an ihren Grenzen.

Bildmaterial von Eniola Itohan.

Razkrizje Refugee Camp.

Petišovci Refugee Camp.

Zákány Refugee Camp.

Hegyeshalom Refugee Camp.

Die Situation von Asylsuchenden in Belgrad, Serbien

Christina Palitzsch

Serbien bietet Asylsuchenden wenig Perspektiven, da die Zahl der Arbeitslosen hoch ist, die Einkommen niedrig und das Asylsystem nicht einmal grundsätzlichen Standards entspricht. Die Geflüchteten in Belgrad warten nur auf ihre Chance, weiter in nordeuropäische Länder zu ziehen, um dort Asyl zu beantragen und einen legalen Status, sowie eine Perspektive auf Arbeit und gleiche Rechte zu erhalten.

Serbia offers little perspectives for asylum seekers as unemployment rate is high, wages are low and the asylum system lacks of basic standards. So the displaced people in Belgrad just wait for a chance to proceed to northern european countries to apply for asylum, get a legal status and perspectives of work and equal rights.

Bildmaterial von Christina Palitzsch (Serie 1, Serie 2).

 

Eindrücke aus dem griechisch-mazedonischen Grenzort Idomeni

Christina Palitzsch

Durch den griechisch-mazedonischen Grenzort Idemeni müssen die Refugees die Grenze nach Mazedonien (FYROM) zu Fuß passieren. Manchmal erreicht ein Bus pro Stunde die Stadt, manchmal sind es auch sechs. Es gibt Zeiten, da gibt es für die Ankommenden genug Essen und trockene Kleidung, manchmal sind die Vorräte an Spenden aber auch aufgebraucht. Obwohl die Einwohner der umliegenden Dörfer und die Freiwilligen von Thessaloniki Solidarity einen großartigen Job erledigen, insbesondere nachts, wenn das UNHCR und „Ärzte ohne Grenzen“ nicht vor Ort sind.

The greek-macedonian border village Idomeni, where refugees are supposed to pass to Macedonia (FYROM) by foot. Sometimes one, sometimes six busses per hour arrive. Sometimes there is enough food and dry clothes, sometimes the donation storage runs out of everything. Though the local inhabitants of the nearby villages and the voluntaries from Thessaloniki solidarity do a great job, especially at night when UNHCR and Doctors without borders are not on the field.

Bildmaterial von Christina Palitzsch (Serie 1, Serie 2).