Archiv für August 2015


Demonstration und Fest zur Unterstützung der Geflüchteten in Heidenau

Christian Mang

Hunderte Unterstützer von Geflüchteten demonstrieren in Heidenau, Sachsen gegen Rassismus. Die Demonstration führt zu der Unterbringung der Geflüchteten in einem ehemaligen Baumarkt. Der Demonstration schließt sich ein Fest an, an dem auch die Refugees teilnehmen und ausgelassen feiern.

In den Tagen zuvor hat es gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen einheimischen Rechtsextremen und einer überforderten und unterbesetzten Polizei vor der Unterkunft gegeben.

Am gleichen Tag gab es zuvor eine Demonstration gegen Rassismus und Rechtsextremismus in Dresden.

Bildmaterial von Christian Mang und Florian Boillot (Dresden, Heidenau).

Willkommensfest für Flüchtlinge im sächsischen Heidenau

Christian Mang

Nachdem Polizei und politisch Verantwortliche vergeblich versucht hatten, ein Wilkommensfest für Flüchtlinge mit dem Argument des polizeilichen Notstands zu verbieten, wurde dieses von hunderten Menschen begangen.

Für die Flüchtlinge waren Kleidungs- und Sachspenden nach Heidenau gebracht worden, die in Berlin, Dresden und anderswo gesammelt wurden.

Zahlreiche Polizeikräfte waren zum Schutz des Festes im Einsatz.

Bildmaterial von Christian Ditsch und Christan Mang.

Hilfe von Bürgern vor dem LaGeSo mindert die Auswirkungen des Versagens des Senates

Björn Kietzmann

In Folge des Versagens der Leitung des für die Unterbringung Gefüchteter zuständigen Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) und des zuständigen Senators Maria Czaja (CDU) mussten Geflüchtete bei bis zu 38 Grad in endlosen Warteschlangen vor der Erstregistrierung verbringen. Die sich bereits seit Monaten ankündigende und nunmehr vollends zu Tage tretende Unfähigkeit und Unwillen von Behördenleitung und Senat zu einem humanitäten Umgang mit den Geflüchteten erreichte einen Höhepunkt der Unmenschlichkeit. Es gab weder ausreichend Wasser vor Ort, noch eine gesundheitliche Versorgung der teilweise verletzten Geflüchteten. Auch eine Bereitstellung von Nahrungsmitteln gab es seitens offizieller Stellen nicht.

Stattdessen ließ es sich die Berliner Polizei nicht nehmen, gegenüber z.T. traumatisierten Geflüchteten aus Kriegsgebieten in voller Kampfmontur aufzutreten und auch Pfefferspray einzusetzen, welches nach Augenzeugenberichten auch mindestens ein Kind traf. Vertreter der Presse wurden von der Polizei in mind. einem Fall festgenommen, während in einem weiteren Fall die Speicherkarte der Kamera eines anderen Journalisten vom Sicherheitsdienst des LaGeSo entwendet wurde.

Dank des massiven, ehrenamtlichen Engagements vieler Bürger, insbesondere auch von „Moabit hilft“ konnte die unerträgliche Situation der Geflüchteten teilweise gemindert werden. Oftmals gegen den Willen der LaGeSo-Leitung.

Auch in eillig eingerichteten Notunterkünften in Karlshorst und Wilmersdorf wird der Großteil der Hilfe für die Geflüchteten von freiwilligen Helfern organisiert.

Das Verhalten der offiziellen Stellen hat inzwischen dazu geführt, dass sich „Moabit hilft“ am 14.08.2015 aus der Koordination der Hilfe zurückgezogen hat (Pressemitteilung [pdf]). Der Hilfsverein spricht von „Suizidversuchen, Totgeburt, Knochenbrüchen, unbehandelte schwere Kriegsverletzungen“und davon, dass eine „Professionalisierung der Hilfsmaßnahmen […] vorsätzlich verhindert“ wird.

Ärzte warnen vor einer humanitären Katatrophe.

 

Bildmaterial chronologisch aufgelistet:

05.08.2015: Oliver Feldhaus

07.08.2015: Florian Boillot, Björn Kietzmann, Christian Mang

10.08.2015: Björn Kietzmann, Christian Mang

11.08.2015: Börn Kietzmann

14.08.2015: Notunterkunft in Wilmersdorf: Florian Boillot, Christian Mang

17.08.2015: Christian Mang

20.08.2015: Yusuf Beyazit

 

 

Innenminister de Maiziere und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke besuchen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt

Christian Ditsch

Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Brandeburgs (CDU) Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) besuchen die Zentrale Ausländerbehörde und BAMF-Außenstelle in Eisenhüttenstadt (Brandenburg).

Sie lassen sich von Mitarbeitern die Situation in der Einrichtung zeigen und erklären, sprechen mit Flüchtlingen und besichtigen das auf dem Gelände befindliche Abschiebegefängnis.
Der Besuch des Bundesinnenministers und des Ministerpräsidenten wurde von etwa 40 Journalisten begleitet.

Bildmaterial von Christian Ditsch.

Unterbringung von Geflüchteten im Erstaufnahmelager in Eisenhüttenstadt

Christian Ditsch

Erstaufnahmelager des Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Eisenhüttenstadt.
Mehrere hundert Maenner die aus dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen sind, wurden in im brandenburgischen Eisehüttenstadt einem vom DRK aus Zelten errichteten Erstaufnahmelager untergebracht. Andere Unterkünfte werden den Buergerkriegsflüchtlingen vorerst nicht zu Verfuegung gestellt. Sie schlafen auf Feldbetten in Zelten, deren Böden mit Holzplatten ausgelegt wurden.
Die DRK-Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich in dem Flüchtlingslager, das sich auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne der Bundespolizei befindet. Sie organisieren die Verpflegung sowie medizinische Hilfe. Von der Bevölkerung aus der Umgebung haben die Menschen im Lager Kleidungs- und Sachspenden bekommen.

Bildmaterial von Florian Boillot (DRK-Zeltstadt, Erstaufnahme, Abschiebehaft) und  Christian Ditsch.

Stellungnahme zur Nutzung von unserem Bildmaterial

Wir, die PiS freuen uns über die Ausstellung unter dem Titel „We will rise“.

Wir begleiten solidarisch jede/r für sich zum Teil seit 20 Jahren Flüchtlingsproteste in der BRD und als Gruppe seit nunmehr rund drei Jahren die aktuellen Refugee Proteste.

Zur Entstehung der Ausstellung „We will rise“ müssen wir jedoch leider feststellen, dass es mit uns als PiS oder den einzelnen FotografInnen keinerlei konstruktive Zusammenarbeit gab. Vielmehr hat man sich ungefragt an unserer Arbeit, die öffentlich dokumentiert im Internet zu sehen ist, bedient, als seien Portfolios von FotografInnen Selbstbedienungsläden, in denen geleistete Arbeit kostenlos und ungefragt zu haben ist. Offensichtlich wurden erst nach Fertigstellung der Konzeption und wenige Tage vor Veröffentlichung der Ausstellung lediglich einzelne PiS Fotografen angefragt, ob sie Bilder in besserer Druckqualität senden könnten.

Bei aller Solidarität mit den Geflüchteten, ein nicht unerheblicher Teil der „Photographers in Solidarity“ lebt von der Arbeit als FotografIn und unsere Solidarität ist nur möglich, wenn die Entlohnung unserer Arbeit das Grundprinzip darstellt, von dem nur nach konkreter Zustimmung abgewichen wird. In diesem Sinne ist Solidarität keine Einbahnstraße und es sollte der Respekt vor der Arbeit anderer selbstverständlich sein.

Zudem sollte Kritik, die in diesem Fall schon im Vorfeld der Ausstellung zu dem Buch-/Broschüren-Projekt „Movement Magazine“ geäußert wurde, ernst genommen werden. Dies ist jedoch nie geschehen. Somit hinterlässt die Umgehensweise mit uns und unserer Arbeit einen mehr als schlechten Beigeschmack.
Wir bitten daher nochmals nachdrücklich darum, dass zukünftig vor Verwendung und Veröffentlichung von Bildmaterial bei den einzelnen Fotograf*innen unter konkreter Nennung des gewünschten Materials um Erlaubnis zur Nutzung angefragt wird. Zudem möchten wir auch darauf hinweisen, dass insbesondere bei Projekten, an denen auch zahlungskräftige Partner und/oder Sponsoren beteiligt sind oder bei Veröffentlichungen gegen Entgelt, von einer Honorierung der Nutzung von Bildmaterial ausgegangen werden muss.

Bevor ein weiterer solidarischer Umgang mit der Arbeit der FotografInnen nicht in irgendeiner Art und Weise vereinbart ist, ist jegliche weitere Verwendung der Fotos ausserhalb der Ausstellung nicht erwünscht.

Aus Solidarität mit den geflüchteten Menschen und deren Anliegen: Wir wünschen den Menschen um die es in der Ausstellung geht, dass ihnen diese die notwendige Aufmerksamkeit gebracht hat!

FotografInnen der Photographers in Solidarity, August 2015