Archiv für April 2015


Lampedusa Flüchtling aus Niger in Berlin

Christian Ditsch

Ahmed hat die Flucht über das Mittelmeer überlebt. Seitdem schlägt er sich durch Europa und lebt seit Mitte 2014 in Berlin. Wie viele andere Flüchtlinge wünscht er sich vor allem eines: ein Leben in Würde. Die Entscheidung zur Flucht über das Mittelmeer fiel im Sommer 2011 als auf die libysche Hauptstadt Tripolis Bomben der Nato-Truppen regneten um den Diktator Gaddafi zu stürzten. Ahmed wusste, dass sein Leben in Gefahr ist, also stieg er in ein Schlauchboot, zusammen mit 120 weiteren Flüchtlingen. Er hatte Glück. Nach 24 Stunden erreicht das Boot die italienische Insel Lampedusa. So lange der 30jährige Flüchtling keinen sicheren Aufenthaltsstatus hat, möchte er unerkannt bleiben.

Bildmaterial von Christian Ditsch.

Tausende Schüler demonstrieren in Berlin gegen Abschottungspolitik der EU

Andrea Linss

Mehrere tausend Schüler sind in Berlin auf die Straße gegangen, um gegen die unmenschliche Abschottungspolitik der Europäischen Union und die tausenden Toten Refugees zu protestieren. Unter dem Motto „Schulstreik – Unsere Freunde bleiben hier!“ setzten sie sich für eine Öffnung der EU-Außen-Grenzen für Geflüchtete und gegen die geplante Verschärfung der Asylgesetzgebung in Deutschland ein.

Der Demonstrationszug begann am Roten Rathaus, führte vorbei am Haus der Europäischen Kommission am Pariser Platz (welches mit einigen Farbbeuteln bedacht wurde) und endete am hermetisch abgeriegelten Reichstag.

Bildmaterial von Florian Boillot, Björn Kietzmann und Andrea Linss.

Ausstellung „Freiräume – Kreuzberg in den 80ern bis heute“ in Berlin

Umbruch Bildarchiv/Regenbogenfabrik

Das Berliner Umbruch Bildarchiv stellt mit 16 Fotografen bzw. Gruppen im  Regenbogencafé aus. Bei der Ausstellung „Freiräume – Kreuzberg in den 80ern bis heute“ sind auch die Photographers in Solidarity Oliver Feldhaus, Andrea Linss und Christina Palitzsch mit ihren Bildern vertreten. Es lohnt sich, vorbeizuschauen und visuell durch die vergangenen Jahrzehnte Kreuzbergs zu schweifen.

Im Begleittext zur Ausstellung heißt es:

„Die Voraussetzungen dafür waren günstig; verschlafene Hinterhöfe, urwüchsige Gelände wie der Görlitzer Park, brachliegende Flächen und zahllose leere und halb kaputte Häuser. Platz genug, etwas auszuprobieren, alleine oder mit anderen; Scheitern gehörte dazu. Um die Freiräume zu verteidigen, holten sich nicht wenige eine blutige Nase.
Doch Spekulanten und Baumafia, die mit aller Gewalt Kahlschlagsanierungen und Luxusmodernisierungen durchsetzen wollten, hatten damals schlechtere Karten.
Im heutigen Kreuzberg sind die Fassaden gestrichen, die Gebiete abgesteckt. Statt Wildwuchs gibt es Gentrifizierung, hohe Mieten, Zwangsräumungen. Und doch gibt es Momente, wo das alte Kreuzberg auf das neue trifft.“

Quelle: Regenbogenfabrik

Die Ausstellungseröffnung ist am Samstag, den 25.04.2015 um 19 Uhr im Regenbogencafé in der Lausitzer Straße 22.

 

© Umbruch Bildarchiv

© Umbruch Bildarchiv

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kundgebung gegen und Farbattacke auf Frontex-Direktor Klaus Rösler in Berlin

Oliver Feldhaus

Klaus Rösler, Direktor der Abteilung Einsatz der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex wurde von aufgebrachten Demonstranten in Berlin mit Marmelade attackiert. Er blieb dabei lt. Polizei unverletzt. Nur mit massiven Polizeieinsatz konnte Rösler zum Vortrag „Frontex: Wie funktioniert die europäische Grenzsicherung?“ der Schwarzkopf-Stiftung in der Sophienstraße gelangen. Hunderte Demonstranten vor dem Eingang der Stiftung machten Frontex direkt verantwortlich für den Tod tausender Geflüchteter im Mittelmeer und an den Außengrenzen Europas.

Bildmaterial von Florian Boillot, Oliver Feldhaus, Björn Kietzmann und Christina Palitzsch.

Hunderte gedenken in Hamburg St. Pauli den im Mittelmeer ertrunkenen Refugees

Jutta Schaer

Mehrere hundert Menschen zogen am Abend des 22.04.2015 durch St. Pauli und forderten „Refugees Welcome“. Die Demonstration zog zum Fischmarkt, wo eine Schweigeminute abgehalten wurde und die mitgebrachten Blumen, in Gedenken an die Toten im Mittelmeer, in die Elbe geworfen wurden.

Bildmaterial von Jutta Schär.

Oliver Feldhaus zeigt Bilder in der Galerie der KungerKiezInitiative

Oliver Feldhaus

Ab heute 16:00 sind Bilder von Oliver Feldhaus in der Galerie der KungerKiezInitiave in Berlin-Treptow zu sehen. Die Ausstellung unter dem Titel „Menschen – Landschaften“ läuft bis 26. April 2015. Die Fotografien können während der Öffungszeiten donnerstags bis sonntags von 15:00-19:00 Uhr und nach Vereinbarung besichtigt werden.

„Ungleiches gleichzeitig – jeden Tag“ erlebt der Fotograf Oliver Feldhaus mit seiner Kamera durch die Straßen ziehend.
Das „Subjekt Mensch“ im Linsenblick wird Kraft seines Seins von ihm digital festgehalten. Treffsicher werden die menschlichen Momente eingefangen und der Nachwelt erhalten.
Für Oliver Feldhaus ist Berlin ein Raum extremer Gleichzeitig- und Gegensätzlichkeit. Mit seinen Fotos, den Gesichtern seiner „Welt-Stadt-Landschaft“, gräbt er sich in die Herzen der Betrachter.

Berlin – die denkbar beste Landschaft für den Fotografen Oliver Feldhaus. Er kommt den Ereignissen und Menschen extrem nahe und wird mit der Kamera in der Hand selbst Teil dieser „dynamischen Bewegung“.
Kernpunkt, um den die fotografische Arbeit von Oliver Feldhaus kreist, ist der Kampf der selbstbestimmten Refugee-Bewegung in Berlin. In der Ausstellung der Galerie im KungerKiez findet sie ihren eigenen Raum.
Ungleiches gleichzeitig – jeden Tag

Auf dem Dach einer von Flüchtlingen besetzten und von Polizisten umstellten Schule in Kreuzberg kämpfen Refugees um ihre Rechte. Gleich nebenan: der Besuch des deutschen Bundespräsidenten im Szene-Café ‚Cafe Kotti‘.

Vor dem Brandenburger Tor, dort, wo grade noch die Flüchtlinge ihren Hungerstreik auf Leben und Tod führten, bricht nur wenige Wochen später an gleicher Stelle der Jubel einer berauschten Nation aus. Deutschland ist Fußballweltmeister!

Berlin ist ein Raum extremer Gleichzeitig- und Gegensätzlichkeiten. Sie graben mit Ihrer Intensität und mit ihrer Dynamik tiefe Spuren. Nicht nur in die Straßen, die Plätze und in die Stadtlandschaften Berlins, sondern auch in die Herzen der Menschen, die Gesichter dieser Stadt.

Berlin – die denkbar beste Landschaft also für einen Fotografen wie Oliver Feldhaus, der tagtäglich in diesen Straßen, auf diesen Plätzen unterwegs ist. Er kommt dabei ebenfalls den Ereignissen und Menschen oft extrem nahe und wird mit der Kamera in der Hand selbst Teil dieser dynamischen Bewegung.

Anfang und ständiger, immer wiederkehrender Fixpunkt, um den die bisherige fotografischen Arbeit von Oliver Feldhaus kreist, ist der Kampf der selbstbestimmten Refugeebewegung in Berlin , die darum auch ihren eigenen Raum in der Ausstellung findet.

Quelle: KungerKiezInitiative.

Einen Artikel zur Ausstellung ist in der „Berliner Woche“ erschienen: Oliver Feldhaus zeigt ungewöhnliche Bilder aus unserer Stadt.

Pressekonferenz nach Brandanschlag auf Kunstprojekt „Haus der 28 Türen“

Johann Stemmler

Angehörige der Flüchtlingsbewegung in Berlin verurteilen den feigen Brandanschlag auf das „Haus der 28 Türen„. Sie erinnern an die Bedeutung des Oranienplatzes für die Bewegung und bekunden den Willen, den symbolträchtigen Ort als Versammlungsplatz nicht aufgeben zu wollen.

Eine Erklärung der Refugee Bewegung um den Oranienplatz zu dem Anschlag findet sich hier.

Bildmaterial von Johann Stemmler.