Archiv für Februar 2015


9. Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer des deutschen Kolonialismus

Johann Stemmler

Mit dem „9. Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Menschenhandel, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ erinnern mehrere hundert Menschen in Berlin zum Jahrestag der sog. „Berliner Afrika-Konferenz“ an die Opfer deutscher Kolonialherrschaft in Afrika und deren Nachwirkungen bis heute. Dabei setzen sie sich für eine Umbenennung von Straßennamen, die bis heute an die Täter erinnern oder rassistische Klischees bedienen, ein. Dazu gehört auch die Mohrenstraße in Berlin Mitte. Zudem forderten sie eine Entschuldigung der Bundesregierung für die in deutschem Namen begangenen Verbrechen in den deutschen Afrika-Kolionien, eine Entschädigung der Angehörigen der Opfer und die sofortige Rückgabe der aus Namibia verschleppten Schädel von Anführern des Volksgruppen der Nama und Herero.

Aber auch der Begriff „Rasse“ solle aus dem Grundgesetz getilgt werden. Die Demonstration begann mit einer Kranzniederlegung an den Gedenktafeln an die Kolonialherrschaft und passierte sowohl die Mohrenstraße, wie auch das Auswärtige Amt. Endpunkt war der Lustgarten gegenüber des sich im Bau befindlichen Humboldt-Forums, welches sich Kritik ausgesetzt sieht, da dort auch die ethnologischen Sammlungen einziehen sollen. Diese verfügen bis heute über Exponate, welche während der Kolonialzeit aus Afrika entwendet wurden.

Während der Demonstration stellte ein Performance-Künstler das rassistische Klischee des Mohren dar.

Bildmaterial von Florian Boillot, Christian Ditsch, Oliver Feldhaus, Johann Stemmler und Thorsten Strasas.

Proteste gegen das Regime im Sudan

Thorsten Strasas

Rund 150 Menschen nehmen an einer Demonstration auf dem Kurfürstendamm in Berlin teil, um gegen das sudanesische Regime von Präsident Umar al-Baschir zu protestieren. Umar al-Baschir wird vom Internationalen Gerichtshof per Haftbefehlt wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht. Zudem richtet sich der Protest gegen die Zusammenarbeit der Bundesregierung mit dem Regime.
Die Geflüchteten kamen größtenteils aus Hannover vom dortigen Protestcamp auf dem Weißekreuzplatz. Einige besetzten bereits vor einigen Tagen vorübergehend die sudanesische Botschaft.

Bereits im Januar 2013 kritisierten Refugees während deutsch-sudanesischer Wirtschaftkonsultationen auf einer Pressekonferenz und mit einer Demonstration zu der jetzt besetzten Botschaft die Zusammenarbeit der Bundesrepublik mit dem sudanesischen Regime.

Bildmaterial von Johann Stemmler und Thorsten Strasas.

Refugees besetzen die sudanesische Botschaft in Berlin

Björn Kietzmann

Protest für Menschenrechte in Berlin. Zehn sudanesische Refugees vom Protestcamp am Weißekreuzplatz in Hannover besetzen die Botschaft des Sudans in Berlin. Die Besetzer fordern, dass der sudanesische Präsident Umar al-Baschir vor den Internationalen Gerichtshof gebracht wird. Gegegn diesen liegt seit 2009 ein Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Die Bundesrepublik Deutschland möge zudem ihre Unterstützung und Zusammenarbeit mit der sudanesischen Regierung einstellen. Die Besetzung endete friedlich nach rund drei Stunden.

Es ist nicht der erste Protest vor der Botschaft. Bereits im Januar 2013 kritisierten Refugees während deutsch-sudanesischer Wirtschaftkonsultationen auf einer Pressekonferenz und mit einer Demonstration zu der jetzt besetzten Botschaft die Zusammenarbeit der Bundesrepublik mit dem sudanesischen Regime.

Bildmaterial von Björn Kietzmann.

 

Kundgebung und Demonstration zur Erinnerung an die Todesopfer von Ceuta vor einem Jahr

Johann Stemmler

In Erinnerung an die Todesopfer von Ceuta vom 6. Februar 2014 fand vor der Botschaft Spaniens in Berlin Tiergarten zunächst eine Kundgebung der „Coalition internationale des Sans Papiers et Migrant-e-s (CISPM)“ statt, bevor ein Demonstrationszug unter dem Motto „Stop war on migrants“ zum Potsdamer Platz zog.

Bildmaterial von Eniola Itohan und Johann Stemmler.