Archiv für Oktober 2014


Pressekonferenz zum angedrohten Zwangsauszug der verbliebenen Flüchtlinge in der Gerhart-Hauptmann-Schule

Christina Palitzsch

Nachdem der Bezirk einen Teil der Geflüchteten im Juni mit einem Polizeigroßeinsatz ‘freiwillig’ räumte, folgte eine Woche der Proteste. Danach wurde den etwa 60 im Haus verbliebenen Menschen zugesichert, dass sie  auch während der dringend nötigen Umbauarbeiten in der Schule bleiben dürfen. Vor einigen Tagen aber bekamen alle Bewohner Post mit der Aufforderung, die Schule innerhalb der kommenden zwei Wochen zu verlassen.

Neben Anwohnerinnen und der Initiative Zwangsräumung verhindern, unterstützen auch zahlreiche Kulturinstitute wie das Gripstheater den Protest der Geflüchteten in der Schule. Intendant Stefan Fischer-Fels spricht von einem fatalen Fehler, die Flüchtlinge aufzufordern zu gehen und bietet neben den bereits laufenden gemeinsamen Theaterprojekten auch an, zwischen Geflüchteten, Bezirk und Senat zu vermitteln.

Bildmaterial von Christina Palitzsch.

Kundgebung zur Unterstützung von Ruben, Chris und Björn vor Türkischer Botschaft

Christian Ditsch

Als Reaktion auf die Verhaftung der deutschen Fotojournalisten Ruben Neugebauer, Chris Grodotzki und Björn Kietzmann am Samstag den 11. Oktober 2014 in Diyabakir, Türkei, versammelten sich Journalisten und die internationale Journalistenorganisation „Reporter ohne Grenzen“ vor der türkischen Botschaft in Berlin. Die drei Fotojournalisten wurden von einer türkischen Antiterror-Einheit mit dem Vorwurf festgenommen, sie seien Spione und Saboteure. Sie hatten aus Diyabakir über die Konflikte der Kurden mit den türkischen Behörden und Sicherheitskräften berichtet, die aufgrund des Krieges der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ausgebrochen waren.

Neugebauer, Grodotzki und Kietzmann wurden am 13. wieder aus der Haft entlassen und es wurde in einer ersten Verhandlung über eine mögliche Abschiebung aus der Türkei entschieden. Die drei dürfen vorerst weiter in der Türkei bleiben, jedoch können sie nicht arbeiten, da ihre Arbeitsgeräte beschlagnahmt bleiben.

Weiter sitzen ca. 20 weitere lokale und internationale Journalistenin der Türkei  in Haft, die über den Konflikt der Kurden im syrischen Kobane mit der Terrororganisation IS berichteten.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit, Christian Ditsch und Andrea Linss.

Die drei in der Türkei festgenommenen Fotografen sind frei und werden nicht abgeschoben

freerubenchrisbjoern

Die drei auch zu den Photographers in Solidarity gehörenden Fotografen Björn Kietzmann, Ruben Neugebauer und Chris Grodotzki sind nach 31 Stunden der Inhaftierung freigelassen worden. Björn Kietzmann gab inzwischen auch bekannt, dass sie frei bleiben und nicht abgeschoben werden. Ihre Kameraausrüstung sei jedoch nach wie vor bei der Polizei.

Wir fordern nach wie vor, dass alle Vorwürfe gegen die drei Fotografen fallengelassen werden und die Pressefreiheit in der Türkei garantiert wird.

 

 

Einige Updates zu den festgenommenen Fotografen Chris, Ruben und Björn

freerubenchrisbjoern

Eine Unterstützergruppe um die Fotografen Benjamin Hiller und Flo Smith haben eine Presseerklärung herausgegeben:

„Turkey: Yet another attack on the Freedom of Press

Yesterday (11th October 2014) in the late evening/early night hours the three German freelance photojournalists Ruben Martin Neugebauer, Björn Kietzmann and Christian Grodotzki got arrested by the Turkish Police on the streets of Diyarbakir/Turkey. Our colleagues where there to cover the current situation in East-Turkey. The lawyers confirmed that they got arrested while talking to people near a mall.
The police claim that our three colleagues (who have German and international Press IDs and work for German and international newspapers and photo-agencies) are “provocateurs”, thought we do not know for what reasons they got exactly arrested.
Currently they are held at the “TEM Sube Polis Okule Yani” (Anti Terror Police Unit) in Diyarbakir and got interrogated. The police want to bring them to court on Sunday (13th October 2014) and press charges against them. As a colleague of ours managed to confirm at least two other foreign Journalists are imprisoned alongside them.
The German Embassy as well as the German Foreign Office is informed, as are Reporters without Borders (German Section).
All three colleagues ask now the media to report on this incident and put pressure on the Turkish state. Turkey has had a bad reputation on Freedom of the Press since several years, but especially after the Gezi Park Protests the situation got a lot worse, also for the international Press.

We urge the Turkish State to respect the journalistic freedom to report on the situation in East-Turkey and to stop violating the basic rights of Journalists.

If you have any inquires or questions feel free to contact me – flo@coterie-collective.cc or Benjamin Hiller Photojournalist – ben@coterie-collective.cc

The Support Group for Björn, Ruben and Christian
12th of October, 5pm, Berlin/Germany“

 

Auf Twitter wird der Hashtag #freerubenchrisbjoern verwendet.

 

Die Seite Beobachternews.de meldet um 17:20 Uhr:

„Die drei sitzen scheinbar in Einzelzellen. Ebenso sind wahrscheinlich weitere Journalisten und Medienvertreter im gleichen Gefängnis eingesperrt worden. Sie sollen wahrscheinlich morgen vor Gericht gestellt werden. Kurz vor ihrer Festnahme haben die drei in einem Einkaufzentrum Menschen interviewt, als die Polizei auftauchte und sie verhaftete.“

 

Das Peng Collective weißt auf ein Spendenkonto bei den Reportern ohne Grenzen hin und liefert einen Presseüberblick: Free Ruben, Chris and Björn.

 

Zudem gibt es bereits eine Reihe von Pressemeldungen:

Deutsche Welle: German jounalists arrested in Turkey for covering Kurdish protests

Tagesschau.de: Drei deutsche Fotografen festgenommen

ntv.de: Polizei nimmt deutsche Journalisten fest

SPON: Drei deutsche Journalisten in der Türkei festgenommen

Stern.de Drei deutsche Fotoreporter in der Türkei festgenommen

Focus.de: Spionage-Verdacht: Drei deutsche Journalisten in der Türkei festgenommen

Bild.de: Im Südosten der Türkei sind drei freiberufliche Fotoreporter aus Deutschland festgenommen worden

Faz.net: Deutsche Journalisten in der Türkei festgenommen

Zeit.de: Deutsche Journalisten in der Türkei verhaftet

Süddeutsche.de: Deutsche Fotoreporter in der Türkei festgenommen

RPonline.de: Drei deutsche Journalisten in der Türkei festgenommen

Welt.de: Deutsche Journalisten in der Türkei verhaftet

Handelsblatt.de: Türkei nimmt drei deutsche Journalisten fest

taz.de: Drei Fotojournalisten festgenommen

Tagesspiegel.de: Deutsche Fotoreporter in der Türkei festgenommen

Berliner Zeitung.de: Deutsche Fotoreporter festgenommen

Berliner Morgenpost.de: Berliner Fotograf in türkischer Stadt festgenommen

Abendzeitung München.de: Drei deutsche Fotoreporter in der Türkei festgenommen

JungeWelt.de: Zeugen unerwünscht

neuesdeutschland.de: Drei deutsche Journalisten in der Türkei verhaftet

Freelens.de: Drei Fotografen in Diyarbakir festgenommen

ORF.at: Deutsche Fotoreporter im Südosten der Türkei festgenommen

Standard.at: Türkische Polizei nimmt deutsche Reporter fest

DiePresse.com: Deutsche Fotoreporter in der Türkei festgenommen

Haaretz.com: 5:38p.m. Three German freelance photo-journalists were arrested in Turkey

NOS.nl: Drie Duitsers gearresteerd in Turkije

Sözcü.com.tr: Alman gazetecilere casusluk gözaltısı

Zudem berichtet Info Radio im laufenden Programm.

Drei unserer Fotografen in der Türkei festgenommen

freerubenchrisbjoern

Gestern, am 11.10.2014, wurden die drei Fotografen Björn Kietzmann, Chris Grodotzki und Ruben Neugebauer von der türkischen Polizei in Diyarbakir festgenommen. Die drei Fotografen waren dort, um als Journalisten über die Proteste zu Kobane zu berichten.

Wie es heißt, werfe ihnen die Polizei vor, Spione und Provokateure zu sein. Sie sollen im Gefängnis „Tem Sube Müdürlügü“ sein. Zur Zeit sind sie nicht über ihre Mobiltelefone zu erreichen.

Wir protestieren auf das Schärfste gegen diesen Angriff auf die Pressefreiheit.

Die drei müssen umgehend freigelassen und eine freie Berichterstattung durch die Presse gewährleistet werden. Eine Inhaftierung oder auch nur Einschüchterung durch derartige, falsche Vorwürfe kann nicht hingenommen werden.

Sechs Monate nach der Räumung des Oranienplatzes schicken Refugees Luftballons symbolisch ins Nirvana

Florian Boillot

Sechs Monate nach der Räumung des Flüchtling Camps am Oranienplatz in Berlin Kreuzberg haben fünfzig Aktivisten symbolisch für die Nicht-Umsetzung der Vereinbarung zwischen dem Senat und den Refugees durch den Senat schwarze Luftballons vor dem Amtssitz von Innensenators Frank Henkel (CDU) ins Nirvana geschickt.

Bildmaterial von Florian Boillot und Oliver Feldhaus.

DGB lässt Refugees durch Polizei räumen

Christian Ditsch

Nach einer Woche Aufenthalt im Haus des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Berlin ließen die Verantwortlichen des DGB etwa 25 Flüchtlinge durch die Polizei räumen. Dabei gab es mehrere Verletzte, zwei davon nach Aussagen von Augenzeugen schwer. Mehrere Flüchtlinge wurden nach der gewaltsamen Räumung ins Krankenhaus gebracht. Mehrere Personen hatten sich zum Teil aneinander gekettet, um so die Räumung zu verhindern.

Die Flüchtlinge hatten vor einer Woche im DGB-Haus um Unterstützung für ihr Anliegen nach Asyl und Bleiberecht gesucht. Die Gewerkschaftsverantwortlichen waren jedoch nicht bereit, ihnen mehr als ein paar Tage Obdach zu gewähren und die Politik zu bitten, das Problem zu lösen.

Bildmaterial von Christian Ditsch und Oliver Feldhaus.