Archiv für August 2014


Anwohner der Gürtelstraße versuchen Essen und Wasser zu den Refugees zu bringen

Florian Boillot

Anwohner der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain und ihre Freunde versuchen mit Essen und Wasser in die Sperrzone zu gelangen. Die Freunde werden wieder herausgebracht, die Einwohner bis zu ihrer Tür von der Polizei begleitet. Weiterhin verbietet die Polizei jeglichen Kontakt mit den Flüchtlingen, die auf den Dach der Unterkunft gegen ihren Rauswurf aus dem ehemaligen Hostel und dem Wortbruch des Berliner Senates protestieren.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Pfarrern wird Begegnung mit Refugees verweigert, stattdessen Abendmal an der Absperrung

Florian Boillot

Die vier Geistlichen Ringo Effenberger, Peter Sedler, Silke Radosh-Hinder und Hanns Thomä versuchten die Flüchtlinge in der Unterkunft in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain zu besuchen, um mit einem Abendmahl geistlichen Beistand zu gewährleisten, sowie Essen und Wasser mitzubringen.

Pfarrer Ringo Effenberger könnte an der Tür mit dem Betreiber reden. Darüberhinaus wurde ein Besuch nicht genehmigt. Nach einer kurzen Pressekonferenz der Unterstützer, entschied sich Pfarrer Ringo Effenberger ein Abendmahl mit Flüchtlingen und Unterstützern vor die Sperrzone zu feiern.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Polizei verweigert Presse und Anwälten Zugang in die Sperrzone Gürtelstraße

Florian Boillot

Am zweiten Tag der Dachbesetzung durch Refugees verweigert die Polizei der Presse und den Anwälten der Refugees den Zugang in die Sperrzone vor dem ehemaligen Hostel Georghof in der Gürtelstraße in Berlin Friedrichshain. Einwohner werden nach Ausweiskontrollen am Grenzübergang von der Polizei bis zu ihrer Haustür begleitet.

Kurz vor 19:00 Uhr stellte die Polizei Strom und Wasser im Unterkunft ab.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Festnahmen von Refugees am Oranienplatz

Christian Ditsch

Am Mittwoch dem 28. August 2014 versammelten sich ca. fünzig Menschen in den Nachmittagsstunden auf dem Oranienplatz in Berlin Kreuzberg, um gegen die Flüchtlingspolitik des Berliner Senats zu protestieren. Der Senat hatte den ehemaligen Bewohnern des Flüchtlingscamps auf dem Oranienplatz wenige Tage zuvor beschieden, dass ihre Anträge auf Asyl und eine Einzelfallprüfung von der Stadt Berlin nicht durch- bzw. weitergeführt werden und sie ihre Wohnunterkünfte zu verlassen haben.

Die Versammlung wurde mehrfach von Gruppen uniformierter Polizei und zivilen Beamten des polizeilichen Staatsschutzes durchstreift, um „Straftäter (Flüchtlinge) ausfindig zu machen“, die zwei Tage zuvor auf dem Oranienplatz gegen die Ablehnung ihrer Asylanträge protestiert hatten. Mindestens sieben Flüchtlinge wurden festgenommen.

Bei dem Protest am 26.08.14 auf dem Oranienplatz wurde kurzzeitig eine Plastikplane hochgehalten und symbolisch zu einem Zelt erklärt. Die Polizei hatte daraufhin die Plane konfisziert und mehrere Personen festgenommen.

Bildmaterial von Christian Ditsch.

Flöße der Refugee Frauen Gruppe „Women in Exile“ erreichen Berlin

Florian Boillot

Die zwei Flöße der Flüchting-Frauen-Gruppe „Women in Exile“ sind an der Insel der Jugend in Berlin Treptow angekommen.

Der Fluchtschiffprojekt war am 14. Juli 2014 von Nürnberg aus losgefahren, um auf die besondere Situation von geflüchteten Frauen und Kindern in den Asylbewerberlagern aufmerksam zu machen. Gleich in Berlin angekommen, wurden sie von der Berliner Polizei begrüßt, welche exakt die maximale Anzahl an Menschen pro Floß kontrollierte und den Zugang mit einer Kette sperrte.

Bildmaterial von Florian Boillot.

Erster Tag der Dachbesetzung des Hostels in der Gürtelstraße durch Refugees

Florian Boillot

Nach dem Wortbruch des Senats müssen über 100 Flüchtlinge ihre Unterkünfte verlassen, die sie im Zuge des Abkommens zur Beendigung des Protestcamps auf dem Oranienplatz erhalten haben. In dem ehemaligen Hostel Georghof in der Gürtelstr. in Berlin Friedrichshain leben 68 Betroffene.

Am Abend zuvor verließen 20 Leute „freiwillig“ das Hostel. Kurz vor acht Uhr steht ein große Menge an Polizei im ganzen Kiez und nach Verhandlungen verlassen weitere Geflüchtete „freiwillig“ das Hostel. Dieses gibt ein Ultimatum bis 15:00 Uhr, um sein Hausrecht in Anspruch zu nehmen. Etwa um 13:00 Uhr steigen einige Flüchtlinge auf das Dach und drohen zu springen. Ab 14:00 Uhr sind Polizei, Sanitäter und Feuerwehr vor Ort. Ab 15:00 Uhr errichtet die Polizei, wie bereits in der Ohlauer Straße, eine Sperrzone.

Unterstützer werden dieser verwiesen. Nach und nach wird die Sperrzone aufgebaut und erweitert. Einwohner werden bis zu ihrer Haustür von der Polizei begleitet. Auf dem Dach rufen einige Flüchtlinge: „We love Berlin“ und haltend abei eine Deutschlandfahne in der Hand. Die Mitglieder des Abgeordnetenhauses Canan Bayram (Grüne) und Hakan Tas (Die Linke) werden in das Hostel gelassen. Nach Stunden der Wartezeit bekommen sie aber kein Zugang zum Dach: Es finden keine Verhandlungen statt.

Um 21:40 Uhr endet eine Demonstration unter dem Motto „Bleiberecht für alle“ mit mehreren hundert Teilnehmern vor der Belagerung.

Bildmaterial von Florian Boillot und Björn Kietzmann.

Flüchtlingsprotest in Frankfurt/Oder

Christian Ditsch

Im Rahmen eines Protestcamps gegen das Flüchtlingsaufnahmelager im knapp 30 Km entfernten Eisenhüttenstadt kam es zu Protesten in Frankfurt/Oder. Die ca. 100 Demonstranten forderten u.a. die Abschaffung der Lager als Unterkunft für Asylsuchende, die Abschaffung der Residenzpflicht – „Freedom of Movement“. Flucht sein kein Verbrechen, so die Flüchtlinge.

Vor Beginn der Demonstration gab es einige rassistische Pöbeleien von Passanten.

Bildmaterial von Christian Ditsch.

Auseinandersetzung am Oranienplatz nachdem der Senat die Refugees auf die Straße setzt

Christian Ditsch

Am Montag den 25. August 2014 wurde den Flüchtlingen vom ehemaligen Protestcamp auf dem Kreuzberger Oranienplatz beschieden, dass ihre Anträge auf Asyl und eine Einzelfallprüfung von der Stadt Berlin nicht durch- bzw. weitergeführt werden. Die Ausländerbehörde teilte mit, dass das Land Berlin somit keinerlei soziale Leistungen, z.B. Unterkunft, Geld oder Krankenversicherung, mehr erbringen werde.

Aus Protest zogen die Betroffenen daraufhin zum Oranienplatz und protestierten gegen diese Entscheidung. Sie errichteten mit einer Plastikplane ein symbolisches Zelt und erklärten, dass sie nicht mehr gehen wollten. Als die Polizei die Plane konfiszierte eskalierte die bis dahin friedliche Situation und etliche Flüchtlinge und unbeteiligte Zuschauer wurden unter Einsatz von Tritten, Schlägen und Pfefferspray festgenommen. Auch wurden Journalisten mit Worten wie „Hau ab du Arsch!“ beschimpft.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit, Florian Boillot, Christian Ditsch, Oliver Feldhaus, Björn Kietzmann, Andrea Linss und Ruben Neugebauer.

Yusuf Beyazit stellt aus: „Wessen Straße ist die Straße?“

jungeWelt

Das Gründungsmitglied der Photographers in Solidarity Yusuf Beyazit stellt vom 21. August bis 10. November 2014 Bilder von den politischen Bewegungen auf den Straßen Berlins in der jungeWelt-Ladengalerie aus.

Die Galerie befindet sich in der Torstraße 6, 10119 Berlin.

Die Öffnungszeiten sind: Montag – Donnerstag 11:00 – 18:00 Uhr, Freitag 10:00 – 14:00 Uhr.

Zu der Ausstellung ist ein Begleitband erschienen.

Mehr Infos gibt es auch hier: „Wessen Straße ist die Straße?“ Facebook Event.

 

Bericht in der jungenWelt:

junge Welt vom 22. August 2014

junge Welt vom 22. August 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder von der Vernissage:

Thorsten Strasas

© Thorsten Strasas

Yusuf Beyazit

© Yusuf Beyazit

Oliver Feldhaus

© Oliver Feldhaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Fest zur Umbenennung der M.-Straße

Andrea Linss

Verschiedene Gruppen der black community in Berlin veranstalten das „1. Fest zur Umbenennung der Berliner M.-Straße“. Dabei wird die anhaltende rassistische Benennung der Mohrenstraße kritisiert und gefordert, dass diese in Zukunft eine „Persönlichkeit des afrikanischen Widerstands gegen Kolonialismus und Rassismus – wie zum Beispiel Nelson Mandela – ehrt“.

Bildmaterial von Yusuf Beyazit und Andrea Linss.

Das „Haus der 28 Türen“ wird von den Refugees am Oranienplatz aufgebaut

Florian Boillot

Das Haus der 28 Türen, ein Kunstprojekt, welches gut zwei Wochen auf dem Tempelhofer Feld stand, ist so gut wie fertig am Oranienplatz in Berlin Kreuzberg zurück gebaut worden. Es wird der neue Infopunkt der Refugees für Versammlungen. Eine Genehmigung liegt für die nächsten sechs Monate vor.

Bildmaterial: Florian Boillot (Serie 1, Serie 2, Serie 3).

Demonstration für die Freilassung von Badra Ali Diarra aus der Abschiebehaft

Florian Boillot

Rund 60 Flüchtlinge und Aktivisten haben gegen den Wortbruch von Senatorin Dilek Kolat (SPD) und für die Freilassung von Badra Ali Diarra aus der Abschiebehaft demonstriert. Ausgehend vom Oranienplatz in Berlin Kreuzberg ging es zur Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen von Kolat und dann zur Senatsverwaltung für Inneres und Sport von Frank Henkel (CDU).

Eine Brief von Badra an Frau Kolat wurde vor deren Senatsverwaltung vorgelesen. Am 29.07.2014 wurde Badra Ali Diarra, Geflüchtetenaktivist vom Oranienplatz, von der Ausländerbehörde Börde (Sachsen-Anhalt) in Abschiebehaft genommen. Er soll nach Italien abgeschoben werden. Badra ist Teil des Oranienplatzabkommens, welches mit Senatorin Dilek Kolat ausgehandelt wurde.

Bildmaterial von Florian Boillot.